Verdrängungszucht

alpenblümchen
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Re: Verdrängungszucht

Beitragvon alpenblümchen » Mi 21. Aug 2019, 22:36

PrinzB@ was machst du denn beruflich?

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Steffi
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Re: Verdrängungszucht

Beitragvon Steffi » Do 22. Aug 2019, 07:52

Ich schließe mich Markus an, auch wenn ich die Foppereien zwischendurch manchmal ganz amüsant finde :engel1:

Finde das Thema aber spannend und es wäre schade,wenn´s aufgrund dessen einschläft. Einiges war ja nicht unbedingt auf "Verdrängungszucht" beschränkt, deshalb die Frage, ob man den Titel ändern könnte oder ein neues Thema "Erfahrungen Gebrauchszucht/ - kreuzungen" aufmachen soll?

Daß es kein Patentrezept gibt, daß immer und überall funktioniert, ist klar. Aber mich würden schon die Erfahrungen, die ihr mit Kreuzungen (Gründe, Vor-und Nachteile, Bedingungen, etc.) gemacht habt/macht, interessieren.
Das hier fand ich ganz spannend:

https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/publikationen/daten/informationen/untersuchung-schafrassen-mast-schlachtleistung_lfl-information.pdf

Sind zwar nur 12 Rassen, aber immerhin...

LG,
Steffi
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Re: Verdrängungszucht

Beitragvon PrinzB » Do 22. Aug 2019, 10:43

@ Alpenblümchen
Es ist zwar kein Geheimnis aber was spielt das hier für eine Rolle?

LG Marcus

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Re: Verdrängungszucht

Beitragvon PrinzB » Do 22. Aug 2019, 12:23

Wie schon gesagt, befinden wir uns erst am Anfang unserer Verdrängungszucht in Richtung Wiltshirehorn. Da es damals mit dem Kauf von entsprechenden reinrassigen Tieren nicht so geklappt hat, haben wir uns entschlossen es auf diese Weise anzugehen. Dabei bleiben wir jetzt auch. Ob wir auf über 99 % WH - Blutanteil kommen, wird sich zeigen, je nachdem was die Zukunft bringt.

Uns gefallen die WH aus verschiedenen Gründen:

- ausreichend gutes Fleisch mit wenig Fett
- robust (Wetter, Klauen, etc.)
- hat Wolle (sieht wie ein richtiges Schaf aus) muss aber nicht geschoren werden
- strenge Saisonalität - einfachere Herdenführung
- schöne Griffe
- gute Muttereigenschaften
- Aussehen
- etc.

Bevor wir mit den WH Böcken angefangen haben, haben wir unsere Kamerundamen immer von einem gehörnten Nolana decken lassen. Das brachte etwas mehr Größe und mehr Fleisch. Allerdings waren die Klauen dieser Kreuzungen weicher und wuchsfreudiger als bei den Kamerunern. Ansonsten waren wir aber sehr zufrieden und selbst jetzt haben wir noch welche davon bei der Mutterherde.

LG Marcus

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Re: Verdrängungszucht

Beitragvon Steffi » Do 22. Aug 2019, 14:48

Dann fasse ich das auch mal zusammen (auch wenn´s keine Verdrängungszucht ist):

- Wir betreiben Herdbuchzucht mit Schwarznasen (weil die mir einfach am besten gefallen)
- Bisher ausschließlich Lebendverkauf aller Lämmer für Zucht und Liebhaber
- Lammfleisch ist gewünscht
- WSN-Lämmer haben eine sehr langsame Jugendentwicklung. Ich müßte sie also lang behalten oder es ist wenig dran bei der Schlachtung
- Keine Stallmast gewünscht, sondern reine Weidehaltung
- WSN sind ursprünglich Dreinutzschafe, die im Grunde nix "richtig" können

Auf die BFL kamen wir, weil
- ich selbst Wolle verarbeite, selbst schere und Locken einfach liebe (deshalb hab ich neben dem Deckbock auch noch zwei Hammel)
- mir die "herkömmlichen" Fleischschafe nicht so gefallen (sorry, rein persönlicher Geschmack)
- gute Bemuskelung und hübsche, sehr einheitliche Mix-Lämmer (die weiblichen bleiben schließlich bei mir und die muß ich mir jeden Tag angucken)
- sehr gute Klauen
- Nachteil: Keine "Haltegriffe" und sehr flutschig, ansonsten bisher nicht anspruchsvoller in der Haltung als meine Schwarznasen.
- Jugendentwicklung der Mix-Lämmer deutlich über den reinrassigen WSN

Ziele:
- Hochwertiges Lammfleisch gleichmäßiger Qualität, nicht Masse um jeden Preis
- Gute Muttereigenschaften und gute Zunahmen mit ausschließlich Muttermilch und Weide
- überwiegend Zwillingsgeburten (das hat dieses Jahr noch nicht so geklappt)
- variable Ablammtermine (ggf. Frühjahr- und Herbstlämmer)
- Verbesserung der Wollqualität bei den Mixen (länger als BFL, feiner als WSN)
- passenden Deckbock für die Mules finden. Da werden wir experimentieren

Das ist unsere erste Saison mit den Mixen, bin gespannt, was das nächste Jahr bringt.

LG,
Steffi
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Re: Verdrängungszucht

Beitragvon Fröschchen » Fr 23. Aug 2019, 11:59

Steffi hat geschrieben:- WSN sind ursprünglich Dreinutzschafe


Fleisch, Wolle - und Milch?? Letzteres doch aber nur für/ wegen der Sauglämmer, oder melkt wer die WSN mitunter?
LG
Fröhlich gequakter Gruß :flag: und weggehüpft!!! :duck:

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Re: Verdrängungszucht

Beitragvon Steffi » Fr 23. Aug 2019, 12:18

Die Schweizer haben das getan... also, damals, als das Spielzeug noch aus Holz und WSN mehr als unwirtschaftliches Kulturgut waren :engel1:

LG,
Steffi
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Re: Verdrängungszucht

Beitragvon Fröschchen » Sa 24. Aug 2019, 15:50

Steffi hat geschrieben:WSN mehr als unwirtschaftliches Kulturgut waren


Nö, ne? Echt?! Die sind doch SO hübsch, wollig und großrahmig. Verstehe ich einfach nicht. Aber wenigstens Du "rettest" in D (!) einen Teil davon, und machst Dir noch Gedanken/ Praxis mit Veredlung über Mules. Prima! Es gibt (leider) zuviel absolut hübsche Schafe, daß man sich halt beschränken muß auf örtliche Gegebenheiten.

Mal zur 3. Nutzung: Machst Du was mit/ aus Milch? Bin auf den Geschmack gekommen, packe das aber nicht effektiv mit unseren Damen. (Hatte mir sogar von Sanitas eine mechanische Milchpumpe besorgt -noch OVP, da Mutterschaf wg. Euterentzündung noch vor Einsatz trockengestellt-, da meine Handausbeute doch eher marginal war. Henrys H-Sahne/ H-Milch-Gemisch war dann einfach mengenmäßig ausreichender und praktikabler für die Zwillinge.

Aber mit unseren Kamerunern machen wir Veränderungstest:
In zwei Wochen holen wir 2 reine Wiltshire-Horn-Aulämmer, die im nächsten Hebst von unserem Kamerunbock (braun-ohne schwarz-weißbommelig) gedeckt werden sollen.
Und im Folgeherbst ist ein reiner WHO-Bock als Austausch zm KAM-Bock geplant, der dann die WHO und die anderen KAM bedecken soll.
Der erste Versuch mit Barbados war nicht überzeugend, im Grunde das Gleiche in grün, nur marginal größer.

LG
Fröhlich gequakter Gruß :flag: und weggehüpft!!! :duck:

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Re: Verdrängungszucht

Beitragvon Steffi » Sa 24. Aug 2019, 19:09

Naja, im Hochgebirge gingen die Menschen genügsamer mit Ressourcen um. Es gab aber einige Versuche, die WSN "wirtschaftlicher" zu machen. Sogar die alten Herdbücher wurden aberkannt. Erst seit 1962 ist das WSN wieder als Rasse anerkannt. Für ein Schaf, das es seit min. 500 Jahren gibt, also echte Newbies :lol: Hat sich aber alles nicht durchgesetzt. Die meisten Einkreuzungen waren nicht mehr alp-fähig,oder das Fleisch war nix, oder, oder...jedenfalls wollten die Walliser keine anderen Schafe und haben einfach stur ihre Ghornutis weitergezüchtet. Ist eine ganz spannende Geschichte. Allerdings sind die meisten schweizer Züchter nicht sooo begeistert davon, daß es Schwarznasen außerhalb des Wallis´gibt - ist halt deren Kulturgut. Man muß die da schon überzeugen, daß man die Tiere auch zu schätzen weiß.

Die Milch bekommen die Lämmer komplett, obwohl sich einige meiner Mähdels ganz gut melken lassen. Ich zapf aber immer nur etwas Kolostrum für alle Fälle ab.

Gibt es da eigentlich Unterschiede bei Kamerun x Wiltshire, wie herum das die Verpaarung ist? Also ob der Bock ein Wiltshire ist und die Aue ein Kamerun oder umgekehrt?

LG,
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Re: Verdrängungszucht

Beitragvon Henry » Sa 24. Aug 2019, 20:07

Ja, gewaltige. Die Wiltshire Mütter kriege/machen deutlich größere F1.
Henry
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