Weidetierprämie

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Weidetierprämie

Beitragvon Insane » Mi 13. Jun 2018, 18:57

Tja, wer hätte das gedacht... ABGELEHNT.

https://www.bundestag.de/presse/hib/2018_06/-/559868
Das ist kein Heu in meinen Haaren - das ist Schäferglitzer :?:

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Re: Weidetierprämie

Beitragvon LuckyLucy » Do 14. Jun 2018, 07:10

Glücklicherweise ist es noch nicht das Ende. :wackel: Da kommt noch was, da geht noch was. :klug:
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Re: Weidetierprämie

Beitragvon Henry » Do 14. Jun 2018, 08:03

Das glaube ich nicht. Die Schäfer zersplittern sich, beim Versuch sich hinter ein Ziel zu stellen und die Zeit lichtet die Reihen.
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Re: Weidetierprämie

Beitragvon schafbauer » Do 14. Jun 2018, 09:54

LuckyLucy hat geschrieben:Glücklicherweise ist es noch nicht das Ende.


Lieber ein Ende mit Schrecken als gar keins und nur ums Überleben kämpfen.

Eure begeehrte Weidetierprämie ist eigentlich nur eine weitere Förderung um das Überleben von nicht lebensfähigen Schäfereien zu ermöglichen. Ich finde es schon ein wenig merkwürdig dass man lieber ein schlechtes - nur zum Überleben - Einkommen bevorzugt als die Reissleine zu ziehen.

Manchmal tut es sehr weh.

Ich glaube das eure Prämie eventuell 2021 kommt aber nicht vorher. In wirklichkeit interessieren die Schaf niemanden.
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Re: Weidetierprämie

Beitragvon Steffi » Do 14. Jun 2018, 12:47

Vermutlich wird am Ende eine Handvoll hochspezialisierter Schäfereien überleben, ein paar kleinere, die mehr der Kulisse dienen, wenn sich Touristen beschweren, dass z.B. in der Heide gar keine Schäfchen mehr sind und der Rest verteilt sich dann auf Hobbyhaltung/Liebhaberei, wo man von vorn herein weiß, dass man da Geld versenkt.
Und wenn dann die Heiden und Alpen zugewuchert sind, die Dämme verwahrlosen und viele Euro in der Pflege kosten, die Mutterkuhhaltung ebenfalls ausgestorben ist, weil der Wolf sich ungehindert breit macht und mangels Schafen jetzt auf Kälber Jagd macht, Lammfleisch zu 100% aus Neuseeland importiert wird (bis dort evtl. mal eine Seuche ausbricht), dann wird vielleicht mal jemand wach. Vielleicht aber auch nicht und es fällt niemandem auf, dass die Schafe fehlen. Vielleicht kommt aber auch alles ganz anders und wir reseten das ganze System und fangen wieder in der Steinzeit an...

Ich glaube, es war Manfred, der mal sagte, dass ein gut wirtschaftender Betrieb die Subventionen eigentlich komplett als Gewinn verzeichnen müßte, alles andere ist Schönrechnerei.

LG,
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Re: Weidetierprämie

Beitragvon schafbauer » Do 14. Jun 2018, 13:49

Ich kenne zB einen solarpark von 4 ha - was in Ö sehr gross ist - der nimmt nicht mal kostenlos schafe rein da er der Meinung ist das eine oder 2malige Behandlung mit glyphos billiger kommt. Hat er wahrscheinlich auch recht


Fakt ist dass die Tierhaltung nicht viele interessiert da man damit schlecht Wählerstimmen bekommt. Lieber Unternehmen engagieren die 5mal mehr kosten aber dafür auch gewiss was bringen.
"Nur was man gerne macht, macht man auch gut." :schaf2:

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Re: Weidetierprämie

Beitragvon Manfred » Do 14. Jun 2018, 13:52

@Steffi:
So kann ich das nicht erinnern.
Was ich schön öfter gesagt habe ist, dass sich viele Landschaftspflege-Betriebsleiter endlich von der Illusion lösen sollten, sie müssten mögl. viel produzieren, um mit Fleisch und Wolle Geld zu verdienen.
Die wirtschaftliche Realität in den meisten Betrieben ist, dass die Tiere in der Erzeugung viel mehr kosten, als sie im Verkauf erlösen. Oft kostet die Ereugung das 2- bis 3-fache des Verkaufserlöses.
Jedes erzeugte Schaf verbrennt so Geld.
Deshalb rate ich dazu, die Herde auf das für die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen nötige Minimum zu reduzieren, um weniger Geld zu verbrennen.
Außerdem rate ich dazu, die Kosten für die Haltung dieser Herde so weit wie möglich zu drücken. Und die Hauptkostenpunkte liegen in Maschinen und Gebäuden für die Winterfütterung mit konserviertem Futter und der dazugehörigen Ver- und Entsorgung. Ein weiterer großer Kostenpunkt in vielen Herden ist die Lammzeit.
Deshalb halte ich auch die Zuchtkriterien für diverse Rassen für falsch bezüglich der wirtschaftlichen Realität der Schäfereien.
Und ich habe gesagt, dass bei einer Schäferei, die ihre Tiere billiger produzieren kann als sie diese verkauft, die gesamten Subventionen als Gewinn übrig bleiben würden. Das ist vermutlich bei dir hängen geblieben.


Zum Vergleich ein aktueller Bereich von der anderen Seite der Kugel:
Rinderproduktion zu Kosten von 30 Cent / kg in Australien:
https://www.bordermail.com.au/story/546 ... and/?cs=11

Auch etwas, was ich schon länger erzähle, was aber offenbar niemand hören will. Durch das Holistic Planned Grazing sinken in den "richtigen" Weideländern die Produktionskosten deutlich und die Futter- und Fleischerträge nehmen deutlich zu. Das erzeugt zusätzlichen Durck auf die Märkte. Nur dass die damit ohne einen Cent Subventionen gutes Geld verdienen können und wir hier selbst bei den heutigen Preisen vor Subventionen schon kräftig draufzahlen.
Und in den alten Bundesländern verhindern die ganzen Landschaftspflege- und Vertragsnaturschutzprogramme eine Marktbereinigung beim extensiven Grünland, wodurch wir uns immer weiter von einer wirtschaftlichen Produktion entfernen und so wohl letztlich den Großteil des Grünlandes verlieren werden, weil die Subventionen auf Dauer nicht finanzierbar sind, durch völlig überschuldete Staaten. Zusätzlich läd man den Grünlandbetrieben, die auf Grenzertrags-Ackerbaustandorten sich bisher halten können, durch die Ackerstatusregelung enorme Mehrkosten auf.
Das führt halt letztlich dazu, dass die Waldpflanzung auf der einen Seite und der Ackerbau auf der anderen Seite das Grünland verdrängen.
Was nach meinem heutigen Wissensstand das Sinnvollste wäre, um mögl. viel Grünland zu erhalten:
Wir müssten die Zusammenabeit der verbliebenen Grünlandbetriebe fördern dahingehend, dass die Flächen in Gemeinschaftsweiden umgewandelt und mit Gemeinschaftsherden unter HPG-Management beweidet werden.
Das würde nicht nur die Produktionskosten deutlich senken, sondern auch die Biodiversität der Flächen wieder deutlich erhöhen.

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Re: Weidetierprämie

Beitragvon schafbauer » Do 14. Jun 2018, 15:18

Manfred hat geschrieben:Die wirtschaftliche Realität in den meisten Betrieben ist, dass die Tiere in der Erzeugung viel mehr kosten, als sie im Verkauf erlösen. Oft kostet die Ereugung das 2- bis 3-fache des Verkaufserlöses.


Und die Hauptkostenpunkte liegen in Maschinen und Gebäuden für die Winterfütterung mit konserviertem Futter und der dazugehörigen Ver- und Entsorgung.

Ein weiterer großer Kostenpunkt in vielen Herden ist die Lammzeit.


Und in den alten Bundesländern verhindern die ganzen Landschaftspflege- und Vertragsnaturschutzprogramme eine Marktbereinigung beim extensiven Grünland, wodurch wir uns immer weiter von einer wirtschaftlichen Produktion entfernen und so wohl letztlich den Großteil des Grünlandes verlieren werden, weil die Subventionen auf Dauer nicht finanzierbar sind, durch völlig überschuldete Staaten.



Bitte kläre mich auf wie die Erzeugung das 2-3fache des Verkaufserlöses sein soll. Dieser Betrieb könnte sich nicht einmal kurzfristig mit Förderung über wasser halten.

Ja Gebäude können recht teuer sein wenn man möchte und Maschinen sind nur teuer wenn sie nicht ausgelastet sind. Dafür gibs Lohner und deshalb habe ich auch einige Sachen trotz meiner Betriebsgrösse ausgelagert da selber nicht machbar.
Konserviertes Futter ist auch nur dann teuer wenn man keine andere Möglichkeit hat seine Tiere über den Winter zu bringen. Ich habe einmWial eine recht gute Aufstellung der Winterfütterung gemacht wo (wenn man das Herdenmanagement bei unseren kleinflächen auch mit einrechnet) eine Stallhaltung mit Auslauf shcon fast gleichwertiger kommt als beweidung - die Förderung reisst einen natürlich wieder raus.

Wie kann die Lammzeit als wichtiger Punkt auf einem Betrieb ein hoher Kostenfaktor sein?

und ja Marktbereinigung wird sicherlich kommen, da gespart werden muss.
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Re: Weidetierprämie

Beitragvon Steffi » Do 14. Jun 2018, 15:18

Da hab ich´s gefunden:

"Die Rechnung ist im Prinzip ganz einfach:
Wäre deine Tierproduktion als Bauer/Schäfer rentabel, dann müsstest du die Flächenprämien + Landschaftspflegemittel vollständig als Gewinn in der Tasche haben. Was du nicht als Gewinn hast, hast du durch deine Tierhaltung verbrannt."

LG,
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Re: Weidetierprämie

Beitragvon schafbauer » Do 14. Jun 2018, 15:35

Steffi hat geschrieben:Was du nicht als Gewinn hast, hast du durch deine Tierhaltung verbrannt."


heisst aber auch weitergehend dass deine Tierhaltung bereits deine Entlohnung bezahlt haben muss..... Gewinn ist nicht die Entlohnung der eigenen Arbeitskraft. :oberlehrer:
"Nur was man gerne macht, macht man auch gut." :schaf2:


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