Sachkunde im Betäuben und Töten von Schafen

yetiman
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Sachkunde im Betäuben und Töten von Schafen

Beitragvon yetiman » Do 30. Mär 2017, 13:23

Hallo an alle,

derzeit bin ich am überlegen ob ich den im Betreff genannten Kurs "Sachkunde im Betäuben und Töten von Schafen und Ziegen " besuchen soll.
Wie handhabt ihr das? Ist jemand dabei, der seine Tiere selbst schlachtet?

Ich bin jetzt nicht wirklich zimperlich, aber dem Tier zum Wohle wäre eine Schlachtung direkt auf der Weide (oder in einer angrenzenden Scheune) schon eine nette Sache. Wegfall von Fahrten im Hänger, unbekannte Herde, Wartezeiten usw. ...

Wie macht ihr das?
Grüsse
yetiman

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Henry
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Re: Sachkunde im Betäuben und Töten von Schafen

Beitragvon Henry » Do 30. Mär 2017, 14:38

Mach den Kurs. Er ist zukünftig oder schon verpflichtend auch für Tiertransporte über 50km.
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Re: Sachkunde im Betäuben und Töten von Schafen

Beitragvon Wilhelm » Do 30. Mär 2017, 17:59

Hi, schließe mich Henry an. Wichtigster Grund ist für mich kurzer Transportweg. Bei mir beträgt der vom Stall zur Schlachtstätte ca 1m. Zur Verarbeitungstätte weitere 5 m. :)
Ich schlachte auch deshalb grundsätzlich selbst weil ich es kann. The natural born killer. Aber Spaß hab ich keinen daran.
Gruß, Wilhelm

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Re: Sachkunde im Betäuben und Töten von Schafen

Beitragvon Teuti » Do 30. Mär 2017, 19:59

Und mit diesem Kurs, also der bestandenen Sachkundeprüfung darf ich dann ganz offiziell mein eigenes Schaf, für meinen eigenen Gefrierschrank schlachten und kann die schlachtabfälle ganz offiziell von der Beseitigungsfirma abholen lassen?

Gruß,
Christian

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Henry
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Re: Sachkunde im Betäuben und Töten von Schafen

Beitragvon Henry » Fr 31. Mär 2017, 07:02

Das darfst Du schon vorher.

Sachkunde brauchst Du dafür. Nicht deren Nachweis.
Erst für gewerbliche Schlachtung und eben auch für Transporte muß die Sachkunde vorher nachgewiesen werden, was mit der Prüfung am Lehrgangsende oder/und auch beim Amtsveterinär geschehen kann.

Sachkunde ist eine Fähigkeit. Der Sachkundenachweis,vbescheinigt die.
Henry
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Re: Sachkunde im Betäuben und Töten von Schafen

Beitragvon yetiman » Fr 31. Mär 2017, 07:25

Henry, ich hoffe ich habe dich richtig verstanden...wenn ja, muss ich dir widersprechen.
Nicht das aufkommt, jeder darf mit angenommener Sachkunde eindfach so seine Schafe schlachten...

Nein, man darf nicht einfach so sein eigenes Schaf schlachten! Auch nicht nur für den eigenen Kühlschrank!
Genau dafür gibt es ja solche Kurse, damit man das darf...
Man macht eine Art "Zertifikat" und kann dann mit diesem "zertifikat" zum Amtsveterenär gehen, der das widerum "gegenzeichnet" - wie auch immer der Fachbegriff dafür ist.

Ob man mit solch einen Kurs und Prüfung dann auch gewerblich schlachten dürfte weiss ich nicht.
Das kann ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen - dann wäre ja der Beruf "Metzger" in einem 2-Tages Seminar erlernbar und nichts Wert...
Grüsse
yetiman

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Re: Sachkunde im Betäuben und Töten von Schafen

Beitragvon mara » Fr 31. Mär 2017, 08:30

Der Beruf Metzger beinhaltet weit mehr als Tiere töten. Je nach Ausrichtung, ist das Schlachten in der Ausbildung nicht mal enthalten ;)

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Re: Sachkunde im Betäuben und Töten von Schafen

Beitragvon Henry » Fr 31. Mär 2017, 09:19

yetiman hat geschrieben:Henry, ich hoffe ich habe dich richtig verstanden...wenn ja, muss ich dir widersprechen.
Nicht das aufkommt, jeder darf mit angenommener Sachkunde eindfach so seine Schafe schlachten ...
Wir haben das hier und im anderen Forum zigfach schon durchgekaut. :mauer: Mir fehlt jetzt die Lust dazu. Im alten Forum hatte ich sogar ein Dokument der Amtsveterinärin eines Wettgegners eingestellt, in dem sehr schön und am Beispiel erläutert war, wer die Sachkunde haben muß und wer den Nachweis der Sachkunde braucht.

Mach den Kurs und jemand anders wird sich für die Kursgebühr Mühe geben, Dir das zu erklären. Und bitte schlachte bis dahin nicht, denn Dir fehlt die Sachkunde auf dem rechtlichen Gebiet - ganz bestimmt und nachgewiesen.
Henry
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Re: Sachkunde im Betäuben und Töten von Schafen

Beitragvon yetiman » Fr 31. Mär 2017, 09:31

Na wenn du keine Lust hast...
Und wenn das im alten Forum schon mal Thema war...na dann...ziehe ich meine Frage zurück - kann ich ja nachsehen im alten Forum...existiert ja noch...
Aber red mich wenigstens ned dumm an...wäre schön ;-)
Grüsse
yetiman

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Re: Sachkunde im Betäuben und Töten von Schafen

Beitragvon Babs » Fr 31. Mär 2017, 09:38

In diesem Forum haben wir es erst einmal besprochen und zwar hier: viewtopic.php?f=16&t=128&p=2971&hilit=sachkunde#p2971
Manfred hat geschrieben:
Da gibt es oft Missverständnisse.
Für eine private Schlachtung braucht man Sachkunde, aber keinen Sachkundenachweis.
D.h. es reicht aus, sich das tierschutzgerechte Töten durch einen Fachmann erklären zu lassen. (Betäuben + Ausbluten).
Dann darfst du den Schussapparat auch selbst einsetzen.

In Notsituationen gelten noch mal andere Regeln. Da liegt die Priorität auf der Verkürzung des Tierleids.
Da ist dann auch mal eine nicht perfekt tierschutzgerechte Tötung OK, wenn dadurch dem Tier längeres Leid erspart bleibt.
Wenn z.B. kein angemessenes Mittel zur Betäubung verfügbar ist, oder wegen Umgebungsgefährdung nicht eingesetzt werden kann (z.B. Schusswaffe an einer Unfallstelle, weil Leute herumstehen oder kein ausrechender Kugelfang gegeben ist) dann darf das Tier z.B. auch ohne Betäubung durch Abnicken (Durchtrennen des Rückenmarks im Bereich der Halswirbelsäule, nichts für Ungeübte) oder Abfangen (ein tiefer Schnitt mit dem Messer zwischen den Rippenbögen, der die Lunge und wesentliche Blutgefäße zerstört) oder Schächten getötet werden.

Vor Zuschauern traut sich dass manchmal keiner. Dann liegt das Tier da zwei Stunden, bis endlich ein Tierarzt aus dem Bett geklingelt werden konnte und zum Einschläfern angerückt ist...
"Wo das Glück einmal einkehrt, da greift es leicht um sich." Gottfried Keller


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