Schlachten im Lohn

DINO
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Re: Schlachten im Lohn

Beitragvon DINO » Mo 8. Okt 2018, 19:05

[quote="grauwoller"][quote="grauwoller"]Der Hund kriegt bei uns vom Schlachttier die Innereien und die Zunge, es sei denn ich habe gerade Lust auf frische Lammleber oder Zungenragout.
Ansonsten täte es mir in der Seele weh, das aufwändig produzierte Lammfleisch oder das Fleisch einer Jungaue ( das ist meiner Meinung nach noch besser als Lamm) dem Hund zu geben.
Man kann von mkir aus das Fleisch verkaufen, und von dem Erlös Hundefutter kaufen, meinetwegen, aber deine Praxis kann ich nicht gutheissen.
Genauso wie es in unserer Verantwortung liegt, dass die uns anvertrauten Tiere gut versorgt sind, haben wir auch die Verantwortung, dass die Produkte der Nutztiere, die wir halten, zu vernünftigen Preisen vermarktet werden, das gilt ebenso für die Wolle.
So denke ich zumindest darüber, wohlwissend, dass es auch Schafhalter gibt, die ihre Schafe haben, um ihren Hunden Beschäftigungsangebote oder Futter zu bieten....

Davon mal ganz abgesehen sind für den Hund gerade die Teile wie Pansen /Darm die interessanten.
Kein Wildhund wird (ernährungsmäßig) auf,s Filet scharf sein .
Alle sagten es geht nicht , da kam einer der das nicht wusste und tat es . :klug:

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Re: Schlachten im Lohn

Beitragvon Schafhüterin » Di 9. Okt 2018, 06:11

grauwoller hat geschrieben:Man kann von mkir aus das Fleisch verkaufen, und von dem Erlös Hundefutter kaufen, meinetwegen, aber deine Praxis kann ich nicht gutheissen.


Warum nicht, sie hat es ja nicht einschläfern lassen, sondern noch verwendet?

Vielleicht barft Ilse ja ihren Hund und vermeidet so lange Transporte von Tieren, die dann letztendlich in Hundefutter-Fleischfabriken landen. Oder ist im Fertig-Hundefutter nur Chemie?

Meine Hunde bekommen u.a. auch Fleisch. Ich hatte vor Jahren einen 1,5-jährigen Bock, der so viel Unheil (2 Jogger auf die Hörner genommen) angerichtet hat das er geschlachtet wurde und ich ihn noch nicht mal essen wollte... meinen Hunden hat das nichts ausgemacht... und haben ihn verputzt. :hund2:

Wie alt war das Schaf?
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Re: Schlachten im Lohn

Beitragvon DINO » Di 9. Okt 2018, 08:44

Ich bin auch dafür möglichst alles vom Tier zu verwerten !

Felle werden gegerbt
Hörner gehen zum Messermacher
Innereien für Hunde die gebarft werden
Aber ganze Tiere , die auch noch in einem gebrauchsfähigem alter sind und vermarktet werden könnten ,
tut mir leid aber das geht in meinem Kopf gar nicht !
Alle sagten es geht nicht , da kam einer der das nicht wusste und tat es . :klug:

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Re: Schlachten im Lohn

Beitragvon Schafhüterin » Di 9. Okt 2018, 08:54

DINO hat geschrieben:Aber ganze Tiere , die auch noch in einem gebrauchsfähigem alter sind


Der Metzger wollte es doch nicht.... ?


Ilse schrieb am 23. Mai:
"Ich übernehme u. a. eine alte Heidschnucke, angeblich 13. Sie hat zwei Lämmer gehabt und in den letzten Tagen verloren. Der wegen Mastitis-Verdacht (inzwischen bestätigt) herbeigeholte Tierarzt zeigte mir "eine Baustelle" - bei dem armen Tier hatte sich das Vlies bis auf die Hüfte gelöst und darunter kam gerötete Haut mit starkem Madenbefall"...

Hier ganzer Text in: Fütterung von alten Schafen
viewtopic.php?f=10&t=1448&p=15998#p15998
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Re: Schlachten im Lohn

Beitragvon Ilse » Di 9. Okt 2018, 10:21

Schafhüterin hat geschrieben:
grauwoller hat geschrieben:Wie alt war das Schaf?


Danke, @schafhüterin. Genau so ist es hier.

Zu Deiner Frage:
das Schaf war noch kein Jahr alt und war hier nach dem Verenden meiner letzten Heidschnucke allein zurückgeblieben. Leider war es derart unruhig, daß es die Nachbarschaft tyrannisiert hat und ich nicht genug Zeit zur Verfügung hatte, ihr den passenden Lebensplatz zu suchen. Ich _mußte_ handeln. In solchen Fällen denke ich, schonende Schlachtung ist das Beste, was ich für mein Tier tun kann, ehe es in Hände fällt, die ihm nicht gut tun.

Meinen eigenen Händen habe ich zum Schluß auch nicht mehr getraut - dieses Jahr habe ich zwei Schafe verloren oder 66% meines Bestandes. Ich wollte weitere Verluste vermeiden - ich bin wahrscheinlich keine gute Halterin.

Noch einmal zur Jungaue: die Metzgerin wollte sie nicht ankaufen und da ich mir sowieso unschlüssig war, ob ich nicht Fleisch für meinen Hund im Ausgleich haben wollte, habe ich dann eine Lohnschlachtung in Auftrag gegeben. Alternativ hätte ich ggfs. eine Schlachtung mit Elektrozangenbetäubung in einem Schafbetrieb bekommen können - angeblich wird dort die Elektrozange um den Hals(?) angesetzt, was ich überhaupt nicht zugelassen hätte wegen des Fells dort und der ungewissen Betäubungswirkung - oder aber in einem EU-Schlachthof in der Kreisstadt. Massenbetrieb. Tierqual. Todesgeruch. (ich war dort, kenne die Verhältnisse) Selbst schlachten kann ich nicht - deshalb fiel das weg.

Und - danke, @Schafhüterin - einschläfern wäre für mich ein Sakrileg gewesen. Ein Tierleben beenden und als Sondermüll entsorgen geht hier gar nicht. Tue ich auch bei Pferden nicht aus den gleichen Gründen. (Die kommen natürlich auch nicht in einen Massenschlachthof oder gar auf Transport)

Ilse

PS. Wenn ihr mich nicht bittet zu gehen, werde ich hier weiter mitlesen. Es ist hier nämlich streckenweise sehr interessant und lehrreich.

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Re: Schlachten im Lohn

Beitragvon Ilse » Di 23. Okt 2018, 06:06

Noch ein kleiner Nachtrag zum Thema, speziell für die unter uns, die sich schwer damit getan haben, daß ich das Schaf als Hundenahrung vorgesehen hatte.

Eingedenk eurer Einsprüche habe ich die besten Stücke in der Nachbarschaft verschenkt bzw. zu verschenken versucht.
Auf meine Nachfrage, wie das Fleisch denn geschmeckt habe, hörte ich von Akzeptanzproblemen, auch ein Urteil "na, ja" bis zur Aussage, die Teile seien eingefroren, bis der neue Hund da wäre. :o:

Die Menschen sind, wie sie sind und das Schaf liefert hier nicht die gewohnte Fleischmahlzeit. Aber ich glaube, ihr könnt verstehen, daß meine Ursprungsidee (alles für meinen Hund) nicht die schlechteste war. Meine Hündin liebt dieses Fleisch samt Knochen.

:-(((

Ilse

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Re: Schlachten im Lohn

Beitragvon KABA » Di 23. Okt 2018, 10:10

ich weiß ja nicht, wie die Leute das Fleisch zubereitet haben, aber wenn ein unter-1-jähriges Schaf (nicht tiefgefroren aus Neuseeland oder so, sondern ja aus vernünftiger Haltung!)nicht geschmeckt haben soll... - dann kann das eigentlich nur ein "Kopf-Problem" der Esser gewesen sein!
Ich hab das schon öfter mal erlebt, dass Gäste, die "nie" Schaf essen würden, das "anonyme" Fleisch eines Alttieres als soo lecker bezeichnet haben, dass sie gar nicht glauben wollten, dass das Schaf war.
Andererseits hab ich schon mal Lammkoteletts eines Caterers nicht gegessen, weil es wirklich nicht schmeckte bzw sehr zäh war - wenn jemand sowas zum ersten Mal als Lamm vorgesetzt bekommt, verstehe ich, dass der in Zukunft nicht wieder Lamm nimmt... :traurig:
Ich wünsche dir die Fröhlichkeit eines Vogels im Eberescheneschenbaum am Morgen,
die Lebensfreude eines Fohlens auf der Koppel am Mittag,
die Gelassenheit eines Schafes auf der Weide am Abend.

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Re: Schlachten im Lohn

Beitragvon Ilse » Di 23. Okt 2018, 16:44

:-) Ja, das Kopfproblem...

Aber das ist es ja wahrscheinlich, daß die Fleischerzeuger hier massiv betrifft - wenn nicht einmal ein geschenktes Filet gut ist, dann weiß ich es nicht.

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Re: Schlachten im Lohn

Beitragvon smallfarmer » Di 23. Okt 2018, 17:38

Hm Ilse, irgendwie versteh ich dich nicht. Du isst kein Fleisch, entwertest ein Lamm, was anscheinend niemand haben will zu Hundefutter. Schreibst hier im Faden über die Hälfte aller Beiträge zum Thema Lammfleisch.....Was du gar nicht magst und gar nicht isst. Soll nur so als Preisvergleich da stehen.... wissen wir alle , dass es Regional Riesen Unterschiede bei den Schlachtkosten gibt.

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Re: Schlachten im Lohn

Beitragvon Ilse » Di 23. Okt 2018, 20:02

@smallfarmer

Einspruch, Euer Ehren.
Nie habe ich behauptet, kein Lammfleisch zu mögen!
Ich esse es lediglich nicht, weil ich vegetarisch lebe. Das bedeutet aber nicht, daß ich die Qualität des Fleisches nicht erkenne.

Meinen Hund ernähre ich nicht vegetarisch. Und was das Entwerten angeht - Du hast ja gesehen, wieweit ich mit meiner Verschenkaktion gekommen bin. Ich bin sehr enttäuscht.

Ilse


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