Erzielbare VK-Preise

schafbauer
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Re: Erzielbare VK-Preise

Beitragvon schafbauer » Fr 13. Apr 2018, 18:47

Sorry dicke Wolke aber das ist genau was ich immer meine wenn jemand von Vermarktung spricht extrem stolz darauf ist alles zu verkaufen und auch noch dabei denkt dass er einen guten Preis erzielt hat. Bei deiner Rechnung von gesamt 160 € bei 18 kg fix fertig zerlegt und vakuumiert verdient Rhein der Konsument und nur nicht du. Um genau diesen Preis bekommst du von mir das Lamm geschlachtet beschaut und maximal grob zerlegt sprich geviertelt angeboten.

Alles andere geht Richtung Minus.

Auf das lebende Lamm gerechnet bekommst du 1,90 Euro. Ist das etwa ein guter Preis? Du bekommst somit 1 € weniger lebend vermarktet als normal
"Nur was man gerne macht, macht man auch gut." :schaf2:

dicke wolke
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Re: Erzielbare VK-Preise

Beitragvon dicke wolke » Sa 14. Apr 2018, 06:49

Naja, so sehe ich das nicht. Für ein lebend verkauftes Lamm bekomme ich auch nur 75€. Da bringe ich sie lieber selbst zum Schlachter bevor es in irgendeiner Garage unsachgemäß passiert. Und ob ich nun nur den Eigenbedarf zum Schlachter bringe oder die anderen mit, das ist ein Weg. Außerdem geht dann noch Pansen und Gelinge für die Hunde an mich. Und die Felle, fürs Biogerben zahlen wir ca 40€ verkauft werden die Felle für 65€. Also wie auch immer andere das sehen ich bin zufrieden.

grauwoller
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Re: Erzielbare VK-Preise

Beitragvon grauwoller » Sa 14. Apr 2018, 07:26

für dein Lammfleisch vom Krainer Steinschaf solltest du wirklich mehr nehmen, da gebe ich schafbauer recht.
Sehe es auch in dem Zusammenhang, dass Schafhalter, die davon leben wollen, und sich der Direktvermarktung verschrieben haben, in der Argumentation gegenüber dem Lammfleischkunden Probleme haben, wenn gleichzeitig Hobbyhalter ihr Lammfleisch zu Dumping-Preisen anbieten.
Das gilt auch für den Lebendverkauf! Ich verkaufe meine weiblichen Pommernlämmer für 130 €, die Bocklämmer behalte ich entweder zur Zucht, oder sie werden geschlachtet und von mir vermarktet. Lammfleisch kostet bei mir 12 E pro kg, das ist dann fertig zerlegt, aber nicht eingeschweisst. Dem Metzger muss ich roundabout 40 € pro geschlachtetes und zerlegtes Lamm bezahlen,
Auch wenn du für dich zufrieden bist, solltest du den Wert deiner seltenen Schafrasse durch vernünftige Preise honorieren lassen!

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Re: Erzielbare VK-Preise

Beitragvon dicke wolke » Sa 14. Apr 2018, 12:34

Wie immer geht es um Angebot und Nachfrage. Wir wohnen hier sehr ländlich dünn besiedelt, weit entfernt von Großstädten. Da liege ich mit meinen ca 10€ pro kg schon ziemlich weit oben. Der Schlachter ist auf teuer aber die Qualität stimmt, es ist sauber und nach Biorichtlinien. Für ein Lamm bekomme ich nicht mehr als 75€, da muß ich ganz viel Glück haben und einen Liebhaber der Rasse finden. Leute die ein Rasenmäherschaf suchen denen ist die Rasse egal und wenns vom Nachbarn ein nettes Mixlämmchen für 30-50€ gibt dann nehmen sie das, mehr als Grasfressen kann ein Krainer in ihren Augen auch nicht.

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Re: Erzielbare VK-Preise

Beitragvon grauwoller » So 15. Apr 2018, 09:41

ich muss jetzt doch nochmal nachfragen, was da in den 85 € alles mit drin ist?
du lässt also, wenn ich das richtig verstehe, Salami (incl. beigemischtes Bioschwein) und Hack herstellen, und packst diese Veredlung deines sowieso schon edlen Lammfleisches, in die Berechnung der Schlachtkosten?
Ich würde die Salami auf jeden Fall da raus nehmen aus der Lammfleischkalkulation, und die zu einem angemessenen Preis separat anbieten, davon abgesehen, dass du eigentlich Fleisch von älteren Tieren mit in die Salami packen solltest.
Bei Lämmern, bei denen ich die Einzelteile vermarkte, nehme ich Hals, Bauchlappen und manchmal auch Schultern zusammen mit Fleisch vom Altschaf und vom Bioschwein für die Salami. Die kann ich dann gerade noch Lamm-Salami nennen, klingt besser als Schafsalami.
Dein Einwand mit "Angbot und Nachfrage" stimmt zwar auf der einen Seite, und auch ich habe hier im einsamen Weserbergland, direkt angrenzend an das Lipperland (der Lipper gilt als verkappter Schotte), um jeden Kunden zu kämpfen, wenn du aber eh schon eine gute Nachfrage hast, kannst du doch ruhig auch selbstbewusst einen langsam ansteigenden Preis verlangen
Meine Devise, werbewirksam zu informieren, hat viel dazu beigetragen, dass meine Lammfleischkundschaft mir die Treue hält, und durch Mundpropaganda sich vermehrt. Wer erst mal angebissen hat, geht dann auch die Preiserhöhungen mit.
Zu diesem Zwecke gebe ich jedem Kunden die alljährlich aktuallisierte Preisliste mit, auf der ich die Rückseite nutze, um über nette Begebenheiten bei meinen Schafen zu berichten, auf neue Salami-Rezepturen hinweise, über die tolle Wolle schwadroniere etc. Alles in Allem erkläre ich damit, dass man sich bei dem was man tut, Gedanken macht, und das kommt beim Kunden auch so an, dass der relativ hohe Preis gerechtfertigt ist.
Ich würde an deiner Stelle die Lämmer auch nach Gewicht verkaufen, könnte zu Unfrieden führen, wenn für 15 kg das gleicvhe verlangt wird, wie für 18 kg, ausserdem hat man dann selber auch den Anreiz, auf gute Schlachtkörper zu achten.

schönen Restsonntag, Christoph

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Re: Erzielbare VK-Preise

Beitragvon dicke wolke » So 15. Apr 2018, 14:09

Also bei meinen Schlachtkosten pro Lamm 85€ ist folgendes drin : Schlachten, Fleischbeschau, Küchenfertig zerlegt inklusive Hack (Hals Bauchlappen ect),Alles Fleisch vakumiert und etikettiert, Hack in 500g vakumiert,Salami aus den Schultern mit etwas Bioschwein die Krainer sind ja eher mager, Pansen für die Hunde gewaschen, Felle eingesalzen. An der Preisschraube drehe ich schon jedes Jahr ein bisschen, dieses Jahr soll es auch Bratwurst geben das kostet natürlich auch extra. Das Mutterschaf das ich letztes Jahr geschlachtet habe war so fett(nur Weide), es war kein Krainer sondern ein geerbtes Rasenmäherwollschaf,das wollte ich nicht mal für die Wurst, vom Schlachter hätte ich 38.50€ dafür bekommen da war es mir als Hundefutter ganz recht.Je größer die Fangemeinde wird um so höhere Preise kann ich dann auch nehmen, aber ich fange lieber moderat an und wenn die Leute wissen wie lecker das Fleisch ist zahlen sie fast freiwillig mehr.

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Re: Erzielbare VK-Preise

Beitragvon grauwoller » So 15. Apr 2018, 20:58

ja,so ist es auch richtig, erst süchtig machen und dann mit den Preisen nach oben...
Hab mal in meinen Schafaufzeichnungen nachgeschaut: 2002 dem ersten Jahr in dem ich Lammfleisch verrkauft habe, hab ich 7,50 € pro kg verlangt.

Christoph

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Re: Erzielbare VK-Preise

Beitragvon LuckyLucy » Mo 16. Apr 2018, 06:07

dicke wolke hat geschrieben:Und die Felle, fürs Biogerben zahlen wir ca 40€ verkauft werden die Felle für 65€. Also wie auch immer andere das sehen ich bin zufrieden.


Magst Du die Adresse der Gerberei hier veröffentlichen?
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Re: Erzielbare VK-Preise

Beitragvon LuckyLucy » Mo 16. Apr 2018, 06:10

dicke wolke hat geschrieben:Wie immer geht es um Angebot und Nachfrage. Wir wohnen hier sehr ländlich dünn besiedelt, weit entfernt von Großstädten. Da liege ich mit meinen ca 10€ pro kg schon ziemlich weit oben. Der Schlachter ist auf teuer aber die Qualität stimmt, es ist sauber und nach Biorichtlinien. Für ein Lamm bekomme ich nicht mehr als 75€, da muß ich ganz viel Glück haben und einen Liebhaber der Rasse finden. Leute die ein Rasenmäherschaf suchen denen ist die Rasse egal und wenns vom Nachbarn ein nettes Mixlämmchen für 30-50€ gibt dann nehmen sie das, mehr als Grasfressen kann ein Krainer in ihren Augen auch nicht.



Werbung machen! Zur kulturellen Landpartie fallen die Leute doch von weither ein. Und wer die Strecke für einen Sonntagsausflug fährt, der fährt sie auch einmal, um sich seinen Fleisch-Vorrat für den TK abzuholen.
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Re: Erzielbare VK-Preise

Beitragvon schafbauer » Mo 16. Apr 2018, 06:16

Es soll ja prinzipiell kein Vorwurf sein dass man zu wenig verlangt. Von meiner Seite aus könnte jeder sein Fleisch auch verschenken.

Ich möchte nur ein Bewusstsein schaffen dass man damit andere die davon leben müssen in arge Bedrängnis bringt und selbst nichts davon hat. Ich spreche aus Erfahrung denn in meiner Region z.b. wird viel Lammfleisch vermarktet und den meisten Verkauf haben nur diejenigen die ihr Fleisch weit unter Marktwert verkaufen. Das sind auch diejenigen die am meisten jammern dass man nicht davon leben kann. Es ist auch soweit dass es Betriebe gibt die grob zerlegt weniger verlangen als sie vom großhändler lebend bekommen.

Ich muss davon nicht nur meinem Betrieb versorgen sondern auch die Sozialversicherung Finanzamt und so weiter

Deshalb wäre ich auch meistens hellhörig wenn jemand so wahnsinnig viel vermarkten kann da oft der Preis falsch kalkuliert ist und der Konsument weiß das natürlich

Auch ist es ein riesen Irrglaube dass man zuerst wenig verlangen kann und nach wenigen Jahren einfach den Preis erhöhen kann auf einem geregelten Markt Preis.
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