Förderung / Entschädigung Sachsen konkret

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Henry
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Re: Förderung / Entschädigung Sachsen konkret

Beitragvon Henry » So 21. Mai 2017, 07:37

Der Mai ist gekommen,
Die Förderung steht aus. ...
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Henry
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Re: Förderung / Entschädigung Sachsen konkret

Beitragvon Henry » Mi 14. Jun 2017, 20:59

Heute kam eine Bewilligung. Mehrseitig. Auszahlungsbeginn und Vorbehalt der Haushaltsmittelvergabe ab 30.09.2017.
Vorleistung ist also Pflicht und eingeplant, denn zum Mittelabruf muß bereits der Zahlungsnachweis im Orginal beigefügt werden.

Aber eine Hammerklausel ist auch wieder drin: Der Zuwendungsgeber kann während des Förderzeitraumes Auflagen und Bedingungen erlassen, ersetzen oder ändern.
Im täglichen Leben heißt das, man bestellt eine Waschmaschine, der Händler kann aber auch einen Kühlschrank liefern, wenn ... er noch über ausreichend Mittel verfügt. Ja, solche Verträge schließt man gern.
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meine_Landliebe
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Re: Förderung / Entschädigung Sachsen konkret

Beitragvon meine_Landliebe » Di 29. Mai 2018, 10:38

Hallo Henry,

ich finde das Wolfsamangementprogramm in der Abgrenzung und in der Zielgruppe ohnehin schwach ausgestaltet, denn es sind ja auch die übrigen Hobby-Weidetierhalter aufgefordert, den Wolf von ihren Schaf- und Ziegenbeständen abzuwehren, damit der Wolf gewiss lernt, von jedem E-Zaun fernzubleiben und ihn nicht zu überspringen. Also haben auch die Freizeithalter ihre Mehrkosten für höhere und sicherere E-Zäune gegen den Wolf. Dafür gibt es aber keinen Zuschuss, zudem auch keinen Verlustausgleich im Falle eines Wolfsrisses. Wenn aber schon nichts kommt, muss m.E. die Gefahr gebannt werden.

Wie wir definitiv wissen, braucht aber schon ein Berufsschäfer einen Waffenschein, zudem einen gestochen scharfen Blick, ob der Wolf ein besonders wertvolles und damit ein rettenswertes Herdentier hin-und herschleudert oder ob es nur ein anderes ersetzbares 08/15-Schaf ist und der Schäfer braucht Vorort einen Zeugen, der bestätigen kann, dass der legal bewaffnete Schäfer mindestens drei Warnschüsse abgegeben hat, ehe er das Raubtier erlegt. Denn nur dann bleibt der Berufsschäfer straffrei. Aber die Praxis ist: Videoanruf Smartphone zum Zeugen ist wahrscheinlich nicht gerichtstauglich oder funktioniert vielleicht erst gar nicht wegen Kack-Internetverbindung etc.. dann kannst Du auch nicht auf die Schnelle im Juraforum nach Ausnahmetatbeständen googeln, die Notlage in sozialen Netzwerken posten o.ä.

Ich habe also eine Karikatur vor Augen: vor dem Wolf reißt ein Traditionsschäfer wie ein Exhibitionist seine Leinenkutte auf und der Wolf starrt erschrocken und wie gelähmt auf den genieteten Waffengürtel statt auf die entblößten Lenden eines nahtlos gebräunten Jünglings!

Und dann frage ich mich doch tatsächlich, wieviele gewerbliche Landwirte überhaupt einen Waffenschein besitzen und was sich wohl ein Rotkäppchen einfallen lassen könnte, um den bösen Wolf zu linken, wenn er sich mit triefenden Lefzen vor Appetit einer handvoll Schäfchen nähern würde...

Jedenfalls geht mir die ständige Rechtfertigung gegenüber den Behörden auf den Zentralnerv und bezgl. des Wolfsmanagementprogramms auch die grundsätzliche Unterscheidung, ob man gewerblicher Tierhalter ist und überhaupt Ansprüche anmelden kann oder ob man sich mit der Schafhaltung nur nebenher etliche Freizeitprobleme erspart, ob und unter welchen Gesichtspunkten ein gewerblich genutztes Schaf besonders kostbar ist und wann nicht, ob, wer und unter welchen Bedingungen den streng geschützten Wolf im Falle eines Übergriffs notfalls auch straffrei töten darf oder nicht, etc...

Andererseits wollte ich auch nicht unbedingt maßregeln wollen, ob ein Großraubtier, welches -außer dem Menschen- keinen natürlichen Feind hat- einen, wenig oder keinen Schutzstatus hat und wie Ausfälle und Aufwendungen kompensiert werden. Wenn ich es aber machen müsste, dann würde ich sicher alle Täter und Opfer mit gleichen Leitplanken berücksichtigen, denn spüren tut bestimmt jeder!

LG von mir

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Re: Förderung / Entschädigung Sachsen konkret

Beitragvon Fröschchen » Di 29. Mai 2018, 13:15

Für Brandenburg:

Förderung von Präventionsmaßnahmen (auch an Private): https://mlul.brandenburg.de/cms/detail. ... .413859.de

Mindestandards Einzäunung: https://mlul.brandenburg.de/cms/detail. ... .413859.de

Antrag:
Antrag-Praevention-Schaeden-Wolf-Biber-1.doc
(270 KiB) 70-mal heruntergeladen


21.03.2018 Vor-Ort-Termin bei uns durch Wolfsberater
09.04.2018 Antragstellung (Zaunaufrüstung: Erhöhung, Untergrabeschutz, komplett neue Elektrik)
15.05.2018 Zuwendungsbescheid/ Bewilligung mit Antrag auf Auszahlung vor Baubeginn. Dann innert 2 Monaten für fällige Zahlungen zu verwenden.

Aber auch hier:
"Die Bewilligungsbehörde behält sich vor, auch nach Bestandskraft dieses Bescheides weitere Auflagen und Bedingungen sowie Änderungen und Ergänzungen zu verfügen, soweit dies zur Erreichung des Förderzwecks erforderlich ist."

Nun ja, ich denke mal nicht, daß es in den nächsten 8 Wochen irgendwelche Richtlinienänderungen geben wird.
Da ich kein gewerblicher Tierhalter im ländlichen Raum bin und deshalb bei einem Riss nix bekäme: https://mlul.brandenburg.de/cms/detail. ... .309527.de, rüste ich erstmal den Zaun mit den bewilligten Fördermitteln auf die Mindeststandards auf.

LG
Fröhlich gequakter Gruß :flag: und weggehüpft!!! :duck:

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Re: Förderung / Entschädigung Sachsen konkret

Beitragvon Edwin » Mi 30. Mai 2018, 05:10

2 Sachen zur Richtigstellung zu Fröschchens Beitrag betreff BBG, man gibt selbst an, in welchem Zeitrahmen innerhalb des Antragjahres die Maßnahme durchgeführt werden soll. Sinnvoller Weise zum 31.12.xxxx , Also in Deinem Fall hättest Du über ein halbes Jahr Zeit zur Durchführung. Du hast 2 Monate gewählt, warum so knapp? oder Schreibfehler?
Entschädigt wird in jedem Fall (nach Gutachten und Antrag), wenn die Sicherungsmaßnahme den Mindestanforderungen entspricht, egal ob Hobby oder Gewerbe.

Liebe Grüße

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Re: Förderung / Entschädigung Sachsen konkret

Beitragvon schafbauer » Mi 30. Mai 2018, 06:12

Was gibt es in D als Entschädigung für schafe? Müssen alle schafe gefunden werden für eine Entschädigung? Lämmer? Zucht und nicht Zucht?
"Nur was man gerne macht, macht man auch gut." :schaf2:

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Re: Förderung / Entschädigung Sachsen konkret

Beitragvon Henry » Mi 30. Mai 2018, 07:31

Entschädigt wird der „gemeine Wert“ oder TA-Kosten bis zum „gemeinen Wert“.

Dieser Wert wird entweder mit 150€ angenommen oder plausibel nachgewiesen. Dazu reicht es aus (soll es ausreichen) plausibel zu machen, wieviele Schafe fehlen und mit wievielen Lämmern sie trächtig waren. Eine Ablammungsrate oder ein US-Befund sollen ausreichen. Für den Wert nach Tiergruppen reichen Einkaufs- und Verkaufsbelege.

Bei unseren BFL-Schafen wird eine 2,0-Ablammung und ein „gemeiner Wert“ angenommen, der deutlich über den 150€ liegt. Das ermöglicht dann umfassende Tierarztversorgung, hoffentlich.
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Re: Förderung / Entschädigung Sachsen konkret

Beitragvon Fröschchen » Mi 30. Mai 2018, 07:49

@Edwin

Richtig, Bewilligungszeitraum geht bis zum 31.12.2018.
Will aber gleich loslegen und habe deshalb Auszahlung beantragt.
Und nach Geldfluß muß die Rg. nach 2 Monaten vorgelegt werden.

Aus meinem letzten Link:

Ausgleich von durch Wölfe verursachten Schäden
Zielsetzung
Gewährung von Ausgleichszahlungen zur Verbesserung der Akzeptanz des Wolfs bei gewerblichen Tierhaltern im ländlichen Raum (z. B. Schäfer und Wildgehegebetreiber).

Bin zwar Privatperson, jedoch nicht gewerblicher Tierhalter. Liest Du das anders?

LG
Fröhlich gequakter Gruß :flag: und weggehüpft!!! :duck:

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Re: Förderung / Entschädigung Sachsen konkret

Beitragvon Edwin » Mo 4. Jun 2018, 06:02

Fröschchen hat geschrieben:@Edwin

Richtig, Bewilligungszeitraum geht bis zum 31.12.2018.
Will aber gleich loslegen und habe deshalb Auszahlung beantragt.
Und nach Geldfluß muß die Rg. nach 2 Monaten vorgelegt werden.

Aus meinem letzten Link:

Ausgleich von durch Wölfe verursachten Schäden
Zielsetzung
Gewährung von Ausgleichszahlungen zur Verbesserung der Akzeptanz des Wolfs bei gewerblichen Tierhaltern im ländlichen Raum (z. B. Schäfer und Wildgehegebetreiber).

Bin zwar Privatperson, jedoch nicht gewerblicher Tierhalter. Liest Du das anders?

LG


Ohne mir die Bestimmungen nochmals ganz frisch, z.B. aus Deinem Link, durchgelesen zu haben weiß ich aus der Praxis, das beide Dinge anders Laufen oder anders zu verstehen sind.
Es geht ja bei der Förderung um reine Materialkosten, möglich dass diese innerhalb der 2 Monate nach Bewilligung einzuholen und zu bezahlen sind (Rechnung).
Für den Bau hast Du dann, vorausgesetzt du gibst den Zeitraum bis zum 31.12.xxxx an, auch bis zu diesem Zeitpunkt die Möglichkeit der Fertigstellung .

Entschädigt bei Rissen werden auch Tiere aus Hobbyhaltungen. Hab einen guten Bekannten (Hobbyhalter), der hat seine Entschädigung bekommen, pro Jungheidschnucke 85 €.

Wer war bei Dir eigentlich zur Beratung?

So, jetzt guck ich noch mal in den Link...

Grüße

So nochmal, hast Recht, unter 7.3.2. der Richtlinie steht dass die fälligen Zahlungen möglichst durch die Förderung innerhalb von 2 Monaten zu zahlen sind. Der Zaunbau selbst ist aber durch Dich zu realisieren, keine fällige Zahhlung und bis zum Jahresende (angegebener Realisierungszeitraum) durchzuführen und Fertigstellung anzuzeigen.

und das 2. : da steht eindeutig für gewerbliche und private Tierhalter im Ländlichen Raum

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Re: Förderung / Entschädigung Sachsen konkret

Beitragvon Romanov II » Fr 30. Nov 2018, 08:51

Moin,
wir hatten gestern Bezirksversammlung. Dort berichteten auch Schäfer, die Wolfsrisse hatten.
Hier 3 kleine Tipps für den Fall der Fälle:
1. Die Wolfsberater sind verpflichtet dem Tierhalter Rückstellungsproben anzubieten (die man erst einmal behält oder selbst an ein anderes Labor schickt).Das ist nicht allen Tierhaltern bekannt, bitte auch an Rinderhalter weitergeben!

2. Man fragt den Berater wieviele Proben er ziehen möchte und fordert für sich eine Anzahl proben (Bsp. Berater zieht 6, dann nimmt man selber 3 od.4). Wenn die Proben dann gezogen sind wählt der TIERHALTER seine Proben aus den Röhrchen aus. Grund: Es ist häufiger vorgekommen, dass unbrauchbare Schmierproben gezogen wurden. ABSICHT???

3.Wenn das gerissene Tier gesichert ist, mit z.B. Goldfolie aus dem Verbandskasten abgedeckt ist und der Wolfsberater angerufen ist, dann unbedingt den Strom auf dem Zaun prüfen! Schon gebrochene Litzen im netz werden einem angekreidet....

Und ob man Presse/Medien ruft entscheidet jeder selber, aber auch hier gibt es vermehrt Vorfälle, dass die Berichte gedeckelt/zensiert wurden/werden sollten.

Ich wünsche allen Tierhaltern, dass ihr das möglichst nicht anwenden müsst...
Grüße von Anne

Es muss nicht immer alles Sinn machen. Oft reicht es auch, wenn es Spaß macht.


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