Hybridisierung bei deutschen Wölfen?

Loulou
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Re: Hybridisierung bei deutschen Wölfen?

Beitragvon Loulou » Mo 9. Jul 2018, 10:59

In den Redaktionen von Medien sitzen Studienabbrecher, deren oder ihres Partners sehnlichster Wunsch es war und bleibt, "Journalist" zu werden. Da lese ich dann "Vierus", "Schweiz überdenkt seine Cannabisregeln", "Streits" (statt Streitigkeiten), "total ausgepummt" (wahrscheinlich von "pummen"?), "Schups" (zu "schiepen, schop, geschopen"?) und derlei mehr.

Besonders lüstern analysiere ich Seiten von Tierheilpraktikerinnen.

In einem Börsenforum (bondboard.de) studiere ich ebenfalls gern die Beiträge, um in die Tiefe der Gesellschaft vordringen zu können mit der Frage, wie leben die Leute, was bewegt sie, wo wollen sie hin. Auch in deren Welt stelle ich fest, sie meinen, ihren Beiträgen Beweiskraft geben zu können, wenn sie "verlinken".

Die von Manfred genannten Gen-Übereinstimmungen zwischen Hund Daisy und Wolf Man-Eater sind eigentlich wenig beeindruckend, wenn man weiß, daß wir Menschen mit Würmern (nach meiner Erinnerung Caenorhabditis elegans, dem Karl Lagerfeld unter den Würmern) eine genetische Übereinstimmung von 94* % haben.

*So meine Erinnerung

Heumann
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Re: Hybridisierung bei deutschen Wölfen?

Beitragvon Heumann » Mo 9. Jul 2018, 11:31

Loulou hat geschrieben:Die von Manfred genannten Gen-Übereinstimmungen zwischen Hund Daisy und Wolf Man-Eater sind eigentlich wenig beeindruckend, wenn man

...in den letzten Jahren Augen und Ohren offen gehalten hat. Hier haben die Studienabbrecher von "Bild" schon vor einem Jahr Fotos gezeigt, die auch dem letzten Nicht-Farbenblinden Wolfskuschler endgültig klar machen, dass es Wolfs-Hund-Hybride gibt.
https://www.bild.de/regional/leipzig/leipzig/diese-wolfs-welpen-sollen-getoetet-werden-53508042.bild.html#fromWall
Und wenn man etwas weiter denken kann, dann sieht man, dass diese süßen Welpen nur die Spitze des Eisberges sein werden.
Und wenn man einsieht, dass Artenschutz wichtig ist, dann kann man nur zu dem Schluss kommen, das Wölfe in Deutschland das Gegenteil von Artenschutz sind.

Manfred
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Re: Hybridisierung bei deutschen Wölfen?

Beitragvon Manfred » Mo 9. Jul 2018, 12:41

@Loulou:
Du hast den Artikel, besonders den 2. Link, offenbar nicht verstanden. Es geht nicht um allgemeine Überlappung von Genen, sondern um Gene, die sich zwischen reinen Grauwölfen und Haushunden unterscheiden. Ausgehend von diesen wurde untersucht, inwieweit es sich um reine Grauwölfe oder um Hybride aus Haushunden und Grauwölfen handelt.
Das Auftreten von Hybridisierungen wird ja speziell von deutschen Wolfslobyisten, allen voran Herrn Novak vom häufig für seine fragwürdigen Methoden kritisierten Senckenberg-Institut als extrem unwahrscheinlich dargestellt. Die Kritik, bei den von diesem Institut verwendeten Referenzdaten könnte es sich teilweise um Proben unterschiedlicher Hybridisierungsgrade handelt, wird ebenfalls strikt verneint.
Es werden aber mehr und mehr Stimmen laut, die mit anderen Methoden zu dem Ergebnis kommen, dass eine Menge Hybride herumlaufen.
Und auch die Kritik an auffällig vielen und ungewöhnlichen Rissen durch angebliche Haushunde in den Wolfsregionen lässt nicht nach.


Die einzig vernünftige Lösung wäre, in D endlich ein seriöses, neutrales und zu 100% transparentes Labor für die Untersuchung von Wolfs-Genproben zu schaffen, welches alle Referenzproben und untersuchten Proben und die angewandten Methoden offenlegt und zur Diskussion stellt.
Genau wie auch alle andere Daten (evtl. abgesehen von persönlichen Daten betroffener Personen) des Wolfsmanagements zu 100% transparent sein sollten. Dazu bräuchte es zuallerst eine öffentlich einsehbare Datenbank, in der alle Beobachtungsmeldungen und durchgeführten Test aus ganz Deutschland der Öffentlichkeit verfügbar gemacht werden.

grauwoller
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Re: Hybridisierung bei deutschen Wölfen?

Beitragvon grauwoller » Mo 9. Jul 2018, 13:39

jetzt mal frei von irgendwelchen wissenschaftlichen Studien, die ich hier anbringen kann - liegt es nicht in der Natur der Sache, dass es zu Verpaarung mit Hunden kommt?
Der Fortpflanzungstrieb des Menschen lässt sich ja selbst durch Zölibate nicht in den Griff bekommen, wie soll es da erst bei einem Wolf funktionieren, der auf der Wanderschaft auf keinen Partner seiner Spezies trifft? Da ist es doch wohl naheliegend, dass man in der Partnerwahl fünfe gerade sein lässt, und sich dem nächsten Strassenköter an den Hals wirft. Ich gehe fest davon aus, dass dem so ist - das sagt mir alleine schon der gesunde Menschenverstand. Und wenn´s kein deutscher Hund war, der seinen genetischen Fingerabdruck hinterlassen hat, dann war´s halt während der Invasionszeit in Polen, Slowenien, Italien oder sonstewo....
Und wenn das dann, wie Manfred es angesprochen hat, dazu führen sollte, dass durch die Hybidisierung, ein Hybriden-Riss als Hunde-Riss erkannt wird, obwohl er eigentlich als Wolfsriss behandelt werden müsste, na dann prost Mahlzeit!

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Re: Hybridisierung bei deutschen Wölfen?

Beitragvon Insane » Mo 9. Jul 2018, 15:08

grauwoller hat geschrieben:jetzt mal frei von irgendwelchen wissenschaftlichen Studien, die ich hier anbringen kann - liegt es nicht in der Natur der Sache, dass es zu Verpaarung mit Hunden kommt?
Der Fortpflanzungstrieb des Menschen lässt sich ja selbst durch Zölibate nicht in den Griff bekommen, wie soll es da erst bei einem Wolf funktionieren, der auf der Wanderschaft auf keinen Partner seiner Spezies trifft? Da ist es doch wohl naheliegend, dass man in der Partnerwahl fünfe gerade sein lässt, und sich dem nächsten Strassenköter an den Hals wirft. Ich gehe fest davon aus, dass dem so ist - das sagt mir alleine schon der gesunde Menschenverstand. Und wenn´s kein deutscher Hund war, der seinen genetischen Fingerabdruck hinterlassen hat, dann war´s halt während der Invasionszeit in Polen, Slowenien, Italien oder sonstewo....
Und wenn das dann, wie Manfred es angesprochen hat, dazu führen sollte, dass durch die Hybidisierung, ein Hybriden-Riss als Hunde-Riss erkannt wird, obwohl er eigentlich als Wolfsriss behandelt werden müsste, na dann prost Mahlzeit!

Christoph


Ich lehne mich mal raus und behaupte, dass das genauso ist! Senckenberg sagt, dass es Hybridisierung nicht gibt (weil nicht sein kann, was nicht sein darf) und gibt eben Hund als Ergebnis raus, wo StraGraMi aus Wolf und Hund drin ist.
Das Nachsehen hat der Weidetierhalter und natürlich die zerfetzten Opfer...
Das ist kein Heu in meinen Haaren - das ist Schäferglitzer :?:

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Re: Hybridisierung bei deutschen Wölfen?

Beitragvon Ilse » Mo 9. Jul 2018, 18:47

Insane hat geschrieben:Das Nachsehen hat der Weidetierhalter und natürlich die zerfetzten Opfer...


Das ist also der tiefere Grund der ganzen Aufregung hier - ich rätselte da schon länger.

Äh - aber, aber... hat denn ein Weidetierhalter keinen Regreßanspruch gegen den Hundehalter?! Oder ist der in der Praxis schlicht nicht durchsetzbar?

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Re: Hybridisierung bei deutschen Wölfen?

Beitragvon Manfred » Mo 9. Jul 2018, 19:28

Musst den Hundehalter halt erstmal aufspüren.
Wegen so einer kleinen Sachbeschädigung macht die Polizei aber keine Gen-Reihenuntersuchung bei allen Hunden der Region.

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Re: Hybridisierung bei deutschen Wölfen?

Beitragvon Henry » Mo 9. Jul 2018, 19:32

Ilse hat geschrieben:... hat denn ein Weidetierhalter keinen Regreßanspruch gegen den Hundehalter?! Oder ist der in der Praxis schlicht nicht durchsetzbar?

Wer ist denn der Halter der herrenlosen Hundegene im Wolf? Und was will in mit einem Ersatzanspruch, denn ich nicht djurchsetzen kann? Ich will schon den Schaden nicht!
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Re: Hybridisierung bei deutschen Wölfen?

Beitragvon st68 » Mo 9. Jul 2018, 20:09

Ilse hat geschrieben:hat denn ein Weidetierhalter keinen Regreßanspruch gegen den Hundehalter?!

Henry hat geschrieben:Wer ist denn der Halter der herrenlosen Hundegene im Wolf?

Und da wirds dann juristisch hochinteressant.

Mal angenommen das deutsche Wolfsmanagment müßte zugeben, dass die unbeaufsichtigt durch unser Land streunenden Caniden gar keine Wölfe, sondern nur Hunde mit ein paar Wolfsgenen sind. Dass aber schon von Anfang an dem Wolfsmanagment bekannt ist (bzw. bekannt sein müßte). Dieses Managment also bewust keine Wildtiere, sondern verwilderte Haushunde in Deutschland vermehrt hat. Alle damit einhergehenden Schäden bewust in kauf genommen hat, die Geschädigten hintergangen und die Öffentlichkeit belogen hat...

Dann, ja dann wäre das sogenannte Wolfsmangment wirklich nur eine kriminelle Organisation, zur Erschleichung von Steuergeldern in unbegranzter Höhe, durch absichtliche Verursachung volkswirtschaftlicher Schäden in unabsehbarer Höhe, Verstöße gegen den Arten- Natur und Landschaftsschutz...

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Re: Hybridisierung bei deutschen Wölfen?

Beitragvon shorty » Mo 9. Jul 2018, 20:17

Mir mag sich nicht erschliessen , warum man sich da nicht an Infos aus anderen Ländern hält.
Sprich es gab schon in den 90 er ne Reihe von "Verwahrungslagern " für Wolfshybriden in Kanada.
Ne Verpaarung kommt bei stärkerer Besatzdichte und einem heranrücken an Wohngebiete viel ! häufiger vor als vermutet.

Wie schon gesagt der Fortpflanzungstrieb ist enorm, warum soll der da haltmachen.
Hier wohnte 17 Jahre ein angeblicher Wolf/Huskyhybride, damals in den 90 ern kein Thema und aufgrund Unwissenheit meinerseits, und gleich vorweg nicht genetisch belegt.


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