Eure Erfahrungen mit Fuchs

schafbauer
Beiträge: 531
Registriert: So 2. Okt 2016, 18:25
Schafrasse(n): Merino

Re: Eure Erfahrungen mit Fuchs

Beitragvon schafbauer » Do 7. Dez 2017, 11:03

Mein Nachbar selber jäger hat einen Fuchs am Hof. Hat mir gestern 1 Lamm geholt. Heute wird abgerechnet.

Ich habe auch nachweislich das 2 Füchse 1 Schaf auf der Weide erdrosseln
"Nur was man gerne macht, macht man auch gut." :schaf2:

Heumann
Beiträge: 126
Registriert: Do 13. Okt 2016, 19:57

Re: Eure Erfahrungen mit Fuchs

Beitragvon Heumann » Do 7. Dez 2017, 19:40

wollwiese hat geschrieben:Vielleicht noch eine andere Sichtweise von mir dazu.....
Ich bin beim Thema abschießen ziemlich zwiegespalten. Einerseits kann ich es verstehen, wer verliert schon gerne Lämmer. Andererseits finde ich, dass man der Natur hin und wieder etwas abgeben sollte. Schließlich nehmen wir uns auch mehr als genug.
Kleiner Seitenhieb Richtung Henry -
Einerseits Fotos von gerissenen Schafen posten und den Wolf beschimpfen, andererseits das Fadenkreuz auf den Fuchs halten und damit selbst Raubtier spielen finde ich doppelmoralisch.
Hier holt jedes Jahr im Winter der Greif bei uns Hühner. Die haben zwar ein übernetztes Gehege, aber bekommen auch häufig Freilauf im Garten. Trotzdem käme ich nicht auf die Idee den zu bejagen. Die haben es zu dieser Jahreszeit schon schwer genug.
Also entweder schaff ich es, meine Tiere mit nicht letalen Mitteln zu schützen, oder ich lebe mit gewissen Verlusten. My 2 Cents.


Der Fuchsbestand hat sich durch das Ausrotten der Tollwut in Deutschland vervierfacht. Quelle so'n Nabu-Zeug: http://www.nabu-akademie.de/berichte/97FUCHS.HTM
Da muss man als denkender Naturschützer für einen Ausgleich sorgen. Peng oder Falle zu und peng.

Manfred
Beiträge: 1255
Registriert: Mi 28. Sep 2016, 20:36
Wohnort: Frankenwald

Re: Eure Erfahrungen mit Fuchs

Beitragvon Manfred » Do 7. Dez 2017, 22:09

Der Nabu und seine originellen Eingebungen.
Dass die Pelzvermarktung weitgehend zerstört wurde und das Schwarzwild die Jäger immer mehr beschäftigt, hatte im Gegensatz zur Tollwut sicher kaum Einfluss...

Meine Großonkel haben alten Geschichten zufolge zu ihrer Zeit noch Füchse durch Ausgraben gewildert, um ihren Angebeteten einen der begehrten Pelze um die Schultern legen zu können.
Die Kombination aus guten Pelzpreisen und dem Willen zur intensiven Niederwildhege hat die Fuchsbestände klein gehalten.
Zeitweise wurden ja sogar die Baue begast.
Heute haben wir gewaltige Fuchsbestände. Jeder Quadratmeter Boden wird in der Brutzeit mehrfach nach Fressbarem kontrolliert. Und trotzdem sinkt die Fuchsjagdstrecke immer weiter. Die Pelze sind wertlos, der Fuchsbandwurm bedroht die Gesundheit und die Niederwildhege ist zur Sisyphosarbeit geworden für die paar engagierten Jäger, die sie noch betreiben, weil jedes freigewordene Raubwildrevier zeitnah durch Zuzügler aus der Umgebung wieder besetzt wird.
Ich habe noch nie so viele räudekranke Füchse gesehen wie in den letzten paar Jahren. Der Bestand wird längst nicht mehr durch die Jagd, sondern durch Hunger, Krankheit und Parasiten reguliert. Ganz so, wie sich der engagierte Tierschützer aus der Stadt das romantische Ableben seiner Lieblinge vorstellt. Für Bodenbrüter und andere prädationsempfindliche Kleintiere ist in dieser heilen Welt kein Platz mehr.

Benutzeravatar
Grete
Beiträge: 41
Registriert: Mi 26. Okt 2016, 19:36
Schafrasse(n): Suffolk, Schwarzkopf, Milchschaf
Herdengröße: 16

Re: Eure Erfahrungen mit Fuchs

Beitragvon Grete » Fr 8. Dez 2017, 21:49

Manfred hat geschrieben:Ich habe noch nie so viele räudekranke Füchse gesehen wie in den letzten paar Jahren. Der Bestand wird längst nicht mehr durch die Jagd, sondern durch Hunger, Krankheit und Parasiten reguliert. Ganz so, wie sich der engagierte Tierschützer aus der Stadt das romantische Ableben seiner Lieblinge vorstellt. Für Bodenbrüter und andere prädationsempfindliche Kleintiere ist in dieser heilen Welt kein Platz mehr.


DAS kann ich nur ganz fett unterschreiben!
Räude und Co auch bei uns ganz stark vertreten. Jagd auf den Fuchs....nein, man könnte ja das heilige Rotwild verscheuchen :roll:
viele Grüße,
Grete

Benutzeravatar
Henry
Förderer 2017
Förderer 2017
Beiträge: 1474
Registriert: Fr 4. Nov 2016, 09:40
Wohnort: Leipzig
Schafrasse(n): Bluefaced Leicester, Kamerun
Herdengröße: 68
Kontaktdaten:

Re: Eure Erfahrungen mit Fuchs

Beitragvon Henry » Sa 9. Dez 2017, 05:47

Jagd auf den Fuchs ist emotional schwierig.
Baujagd ist Grabearbeit, Jungfuchsfang ist wie Kätzchenertränken, beim Schuß im Sommer bleibt immer die Sorge ums Geheck, im Herbst ist der Balg nix wert, im Winter auch nicht und im Frühjahr sind die Fähen schwanger ...

Deshalb gilt bei mir, wann immer es paßt! Doch das ist zu selten. Und bei den Schafen ist die Falle scharf.
Henry
der
Schafschützer

Benutzeravatar
Schnuckenlady
Beiträge: 291
Registriert: Mo 7. Nov 2016, 18:06
Wohnort: Landkreis Göttingen
Schafrasse(n): Graue gehörnte Heidschnucken
Herdengröße: 6

Re: Eure Erfahrungen mit Fuchs

Beitragvon Schnuckenlady » Sa 9. Dez 2017, 20:26

Jagd auf den Fuchs ist emotional schwierig.
Baujagd ist Grabearbeit, Jungfuchsfang ist wie Kätzchenertränken, beim Schuß im Sommer bleibt immer die Sorge ums Geheck, im Herbst ist der Balg nix wert, im Winter auch nicht und im Frühjahr sind die Fähen schwanger ..


Nun ich könnte nicht damit leben, eine Fähe zu töten, die gerade Futter für die Jungen geholt hat, und gerade diese Jungen dann elendig im Bau verhungern.
Ich habe nichts gegen die Jagd auf Füchse. Nur irgendwo sollte man sie auch als Lebewesen sehen und die Kirche, zumindest aber einem bestimmten Punkt, im Dorf lassen.

Grüße Schnuckenlady
Fehler sind dafür da, um draus zu lernen!

Benutzeravatar
Henry
Förderer 2017
Förderer 2017
Beiträge: 1474
Registriert: Fr 4. Nov 2016, 09:40
Wohnort: Leipzig
Schafrasse(n): Bluefaced Leicester, Kamerun
Herdengröße: 68
Kontaktdaten:

Re: Eure Erfahrungen mit Fuchs

Beitragvon Henry » Sa 9. Dez 2017, 22:49

Schnuckenlady hat geschrieben:Nun ich könnte nicht damit leben, eine Fähe zu töten, die gerade Futter für die Jungen geholt hat, und gerade diese Jungen dann elendig im Bau verhungern.
Genau da liegt ja das Problem: Wie sicher bist Du Dir als Jäger, daß das wirklich ein Rüde oder ein nicht doch notwendiges Elterntier ist, wenn Du fliegen läßt. Diese Unsicherheit läßt einen zögern. Und selbst nach dem Schuß ist der Zweifel wieder da, bis man geborgen hat und (hoffentlich) erleichtert ist.

Eine Fähe mit Geheck zu töten ist eine Strafttat. Egal obs rauskommt liegt es auf der Seele.
Henry
der
Schafschützer


Zurück zu „Wolf & andere Beutegreifer“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast