Medienberichte zum Thema Wolf

grauwoller
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Re: Medienberichte zum Thema Wolf

Beitragvon grauwoller » Mo 13. Nov 2017, 14:21

das müssen dann aber schon Wackersteine sein, nicht irgenwelche.....
aber mit schafhaltung wird man ja Stein-reich, von daher also keine Probleme zu erwarten

Christoph

Wild-Bunch-Chris
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Re: Medienberichte zum Thema Wolf

Beitragvon Wild-Bunch-Chris » Sa 18. Nov 2017, 20:59

Da wüßte ich gern mehr zu - wie sich die Hunde verhalten haben, als sie weggeführt werden sollten, z. B.:

Wolf dringt beim Wegführen der HSH durch die Schafhalterin in die Schafherde ein und reisst ein Tier, NS, LK DH:
https://www.kreiszeitung.de/lokales/die ... 74793.html

Das spricht doch für ausgiebiges Beobachten im Vorfeld durch den Wolf - man liest es ja immer wieder, dass die Wölfe Meister darin sind, solche Gelegenheiten unverzüglich zu ergreifen.

Gibt es hier Tierhalter in Wolfsregionen, die da schon ihre Erfahrungen gemacht haben und mal aus dem Nähkästchen plaudern könnten?
Denn ich gebs zu - ich finde es immer schwieriger, sich aus den verschiedensten Meldungen ein eigenes Bild zu machen und ich würde gern wissen, was einen wirklich in Wolfsanwesenheit erwartet. Das Warten macht mich ganz rammdösig, auch wenn ich mit den Rindern und den bereits vorhandenen Hunden und einem (zumindest in 3 Jahreszeiten) guten Zaun sicher schon überdurchschnittlich gut da stehe. Ein Rest Beklommenheit, bis ich weiss, wie es sein wird, bleibt.

LG, Chris

Edwin
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Re: Medienberichte zum Thema Wolf

Beitragvon Edwin » So 19. Nov 2017, 17:59

Ja klar Chris, immer wiederkehrend, regelmäßig oder periodisch z. B. in den Wintermonaten, siehe Foto vom letzen Donnerstag, 16.11. Das Problem ist, dass diejenigen, die fachgerecht Herdenschutzmaßnahmen ergreifen keine oder kaum Probleme mit Übergriffen haben und dort wo Fehler gemacht werden Übergriffe stattfinden. Die mögen dann außer auf die Kreatur Wolf zu schimpfen sich zum Verhalten sonst nicht äußern, weil dann eben alles Sch-- ist. Das nehmen dann Wolfsgegner auf und zeigen drohend mit dem Finger. Erfahrungen aus Wolfsgebieten zur positiven Wolfsabwehr werden permanent unter den Tisch geredet. So entstehen regelmäßig Problemwölfe und der Bundestag muss sich damit befassen...
Ich finde das ganz toll, dass wenigstens Du jetzt Interesse zeigst...

Grüße
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Manfred
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Re: Medienberichte zum Thema Wolf

Beitragvon Manfred » So 19. Nov 2017, 18:50

Edwin, du redest dich leicht. Du musst mit deinen Tieren kein Geld verdienen und hast ein sehr leicht zu schützendes Gelände (klein, eben, ohne Wasserläufe).
Und trotzdem wird dein Zaun, so wie er ist, die Wölfe nicht dauerhaft abhalten, wenn das Wolfsmanagement nicht bald radikal geändert wird.
Der ist ganz nett bei ein paar scheuen Schleichern. Aber sobald du mal ein Rudel am Hals hast, dass gelernt hat Zäune zu überwinden und dem die Mägen knurren, dann ist dein Gehege an nächsten Morgen leer.

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Re: Medienberichte zum Thema Wolf

Beitragvon Wild-Bunch-Chris » So 19. Nov 2017, 19:53

Danke, Edwin.
Als Vorbau sehe ich 2 Reihen E-Zaun als Untergrabungsschutz - hast Du oben drüber auch E-Zaun? Ich kanns auf dem Bild nicht erkennen.
Hast Du schon einmal Untergrabungs/Überkletterungsversuche festgestellt?

Grundsätzlich hab ich mich als Rinderhalter ja hauptsächlich wegen Herdenschutz-Themen hier angemeldet - weil ich dachte, dass nirgendwo intensiver darüber geschrieben würde, als in einem Schaf-Forum. Mir gehts bei dem Thema tatsächlich nur um meine Tiere - nicht darum, ob ich für oder gegen den Wolf bin. Und deshalb interessiere mich für so ziemlich alles, was mit Herdenschutz zu tun hat und eben auch für alles zum Wolf, was mir beim Herdenschutz weiter hilft. Dazu gehören dann auch tatsächlich so ZA, wie der oben verlinkte, als der Wolf prompt zugeschlagen hat, als die HSH, bevor es mit dem Hüten losgehen sollte, von der Herde weggebracht wurden. Sowas hilft mir, weil ich mich darauf einstellen kann, dass Wölfe verflixt schlaue Burschen sind, die durch Beobachtung regelmäßige Abläufe einschätzen lernen und bei Gelegenheit prompt zuschlagen. Dass es also nicht nur mit Zaun und Hunden getan ist, sondern dass man ggf. auch mal komplette Abläufe überdenken muss, immer auf Zack bleiben muss und in Sachen Herdenschutz nie "ich habe fertig" denkt.

LG, Chris

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Re: Medienberichte zum Thema Wolf

Beitragvon alpenblümchen » So 19. Nov 2017, 22:22

neue infos von der ost.ch vereinigung zum schutz vor wölfen.

https://www.vwl-ost.ch/aktuell-1/

Manfred
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Re: Medienberichte zum Thema Wolf

Beitragvon Manfred » Mo 20. Nov 2017, 07:14

@Chris: Berichte über solche snatch and run - Angriffe von Wölfen habe ich schon öfter gelesen. Auch unter den Kinderrissen in Indien und den Hunderissen in Schweden waren solche Angriffe. Die Wölfe liegen auf der Lauer bis sich ein kurzes Fenster für sie bietet und dann schlagen sie zu, krallen sich ihre Beute und flüchten.

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Re: Medienberichte zum Thema Wolf

Beitragvon Insane » Mo 20. Nov 2017, 09:42

Aus Facebook (Wnd)

Wenn SOWAS ein offizieller Wolfberater und Herdenschutzbeauftragter verzapft, dann gnade uns Schäfern Gott!
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Das ist kein Heu in meinen Haaren - das ist Schäferglitzer :?:

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Re: Medienberichte zum Thema Wolf

Beitragvon Edwin » Di 21. Nov 2017, 06:37

Manfred hat geschrieben:Edwin, du redest dich leicht....
Und trotzdem wird dein Zaun, so wie er ist, die Wölfe nicht dauerhaft abhalten, wenn das Wolfsmanagement nicht bald radikal geändert wird.
Der ist ganz nett bei ein paar scheuen Schleichern. Aber sobald du mal ein Rudel am Hals hast, dass gelernt hat Zäune zu überwinden und dem die Mägen knurren, dann ist dein Gehege an nächsten Morgen leer.


Oh nein Manfred, ich will mich gar nicht leicht reden! Und du hast vollkommen recht, hätte ich ein Rudel vor Ort, dass es nötig hätte oder gelernt hätte solche Zäune zu überwinden, müsste ich weitere Maßnahmen ergreifen.
Trotzdem möchte ich nicht von Glück reden, denn da ich das Rudel hier ja ehrenamtlich beobachte, glaube ich zumindest zu wissen, was in Umfeld so abgeht! So, und das hat mit einem allgemeinen Wolfsmanagement nichts zu tun. Jedes Rudel, ja jedes Einzeltier tickt anders, du kannst nicht sagen, so oder so agieren Wölfe, um eine allgemeine, aber zielführende Regelung zu schaffen. Das was gefordert wird trifft schon auf das eine oder andere Rudel/Einzeltier zu, aber es werden immer noch niemals alle Umstände betrachtet, die zu dieser Entwicklung geführt haben, egal ob die Ursache nun bei dem Nutztierhalter oder den Wölfen liegt. Im allgemeinen kann man aber sagen, dass Herdenschutzmaßnahmen effektiv vor Wölfen schützen! Und ich finde, dass sollte im Sinne unserer Schafe ein Anliegen dieses Forums sein! Diesen Zaun so wie er ist schlecht zu reden, ist nicht fair!

@Chris
Im Winter 11/12 hatte ich meinen ersten Wolfshinweis, ein Wolf hatte angefangen, sich am Zaun durchzugraben, 25 cm tiefes Loch, dann aufgehört, Kackhaufen daneben gesetzt und abgezogen.
Im Jahr drauf geb es ein Damwildriss im nahen Wildgehege, Untergrabung.
Unterschied zu meinem Knotengitter: bei mir ist erdbündig ein Spanndraht mit Heringen eingewachsen.
Natürlich hatte ich erhebliche Bedenken und habe alles was ich gefunden habe vor den Zaun gepackt, Betonelemente, Faschinen, Feldsteine, angefangen an weichen und zugänglichen Stellen.
Oben drüber ist teilweise Stacheldraht.
Wie richtig beobachtet ist seit kurzem zweireihig E-Litze (20, 40 cm) vorhanden mit permanenter Stomzufuhr mittels Solaranlage. An deren Perfektionierung hat Manfred erheblichen Anteil (300 wp) .
Ich denke, einen nicht unerheblichen Anteil hat die Ersterfahrung der Wölfe mit den vorliegenden Umständen. War ein Angriff erfolgreich, werden sie unter Umständen mit Nachdruck versuchen, wieder in das Gehege oder Nutztierhaltungen in der Nähe zu gelangen (klettern, springen, buddeln was das Zeug hält, Panik verursachen) . Ansonsten kommen sie immer wieder und checken ab. Du darfst dir keine Fehler leisten, das nutzen die Wölfe dann gnadenlos aus.

Grüße

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Re: Medienberichte zum Thema Wolf

Beitragvon Babs » Di 21. Nov 2017, 14:46

Gestern Abend in St. Märgen/Schwarzwald:
Schäfer und Landwirte wehren sich gegen Wolfsrückkehr
"Wo das Glück einmal einkehrt, da greift es leicht um sich." Gottfried Keller


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