Locken oder treiben oder die Schafpsyche

Karo
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Locken oder treiben oder die Schafpsyche

Beitragvon Karo » Fr 12. Jan 2018, 09:47

Liebe Hirten,
3 Fragen als Hüte-Neuling:
Die letzten Wochen liefen die 5 Waldschafe
mir mit dem Klappereimer extrem cool hinterher. Alles sehr unkompliziert.
Dann war es nach einer Nacht mit irgendeinem mir unbekannten Schreckerlebnis (Zaun von Menschen über 3 Zaunfelder geöffnet, nicht ausgebrochen sondern rausgescheucht, :grant: Schafe am herumirren etc.) wars dann vorbei.
Ich habe die verschreckten Mädels also nach Hause gebracht, was bei diesem quatschnassen Winter eine recht matschige 1000 qm Fläche mit Unterstand ist, den sie aber nie benutzen... Waldschafe halt...
(Ich wollte sie daher auch alle 3 Tage auf andere Weiden bringen, wegen den guten Hufen, Matsch und zu klein) ABER: sie wollen jetzt nicht mehr Von ihrer Basis weg!! Laufen mir trotz leckerlis im Eimer nicht mehr hinterher. Auch nicht zu anderen Flächen!
Gedächtnis-löschzauber??? Schafpsyche???
Guten treibenden Hund habe ich leider nicht.
Fragte mich schon, ob ich den brauche, aber das ist ein viel zu großes Projekt. Lohnt sich bei den paar schafnasen auch nicht recht.
Zahmen Bock oder Hammel als funktionierendes leittier anschaffen?
Habt Ihr so blockierte Wesen schonmal aufgelockert gekriegt?
Es ist eher ein "Schafpsyche-Problem"....
Und ich lerndes Greenhorn.

schafbauer
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Re: Locken oder treiben oder die Schafpsyche

Beitragvon schafbauer » Fr 12. Jan 2018, 10:05

Wird schon wieder . Man muss vertrauen aufbauen. Mit Hund wäre es jetzt noch schlechter. Wäre das gleiche als wenn du mitn Flugzeug abstürzt und nächste Woche musst wieder mit verbundenen Augen mitfliegen

Getreide hilft immer bei Schafen . Ich mach es mit ganzen maiskörnern. Klappert im eimer und schmeckt
"Nur was man gerne macht, macht man auch gut." :schaf2:

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eifelschaf
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Re: Locken oder treiben oder die Schafpsyche

Beitragvon eifelschaf » Fr 12. Jan 2018, 14:41

Ich denke auch: Gib ihnen etwas Zeit und dann wird es wieder.
Das sind Fluchttiere, auch wenn sie einem zeitweise brav hinterherlaufen. Wenn sie jetzt scheu sind, erinner sie dran, dass das Futter von dir kommt. Liebe geht auch bei Schafen durch den Magen. :koch:
Meine sind tagsüber auch sehr zutraulich, aber wenn ich sie im Dunkeln zu einer für sie ungewöhnlichen Zeit in den Stall bekommen will: No way!

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Re: Locken oder treiben oder die Schafpsyche

Beitragvon Clan Alba » Fr 12. Jan 2018, 15:35

Wie wär's mit leinenführig machen? Fünf an Halfter und Leine ist schon etwas viel, aber vielleicht reicht es ja, wenn man drei an der Leine hat, dann sollten die anderen beiden mitkommen. Nach meiner Erfahrung sollte die Leine möglichst lang gehalten werden, so 1,50 -2 m, und vor allem das Weglaufen verhindern. Das Mitkommen muss man dann durch Locken erzeugen (wenn man eben keinen Hund hat). Ist schon erstmal ein Projekt, aber wenn nichts Anderes geht, wohl die Mühe wert.

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Re: Locken oder treiben oder die Schafpsyche

Beitragvon Fröschchen » Fr 12. Jan 2018, 17:30

Das ist der böse Blick!!! :haehae:
Kommt bei uns 3 x im Jahr vor, daß die Viecherlen net reinwollen. -aus uns unerfindlichen Gründen.
Haben den Wolf vor'm Tor und dann ungutes Gefühl, aber am nächsten Tag wieder alles easy. Versteh' einer die schafigen...
LG
Fröhlich gequakter Gruß :flag: und weggehüpft!!! :duck:

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Re: Locken oder treiben oder die Schafpsyche

Beitragvon Karo » Fr 12. Jan 2018, 22:05

Hey vielen Dank schonmal für die Tips.
Ein Leinenschaf... hört sich sehr witzig an,
mal sehen. Die brauchen bestimmt ziemlich lange, bis sie das nicht mehr schlachtbankmässig mit Panik quittieren.
Selber gern mitkommen ist natürlich toller,
ich probiere einfach alles mal geduldig aus.
Letzte frage für heute:
Wie ist die Meinung zu Ziegen als herdenchefs
Und kooperativere menschenzugewandtere "Gruppenleiter"? Machen Schäfer ja gern mal, schon wegen der Ergänzung beim knabbern auf der Weide.
Oder doch besser ein Hammel?
Gutes, Karo

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Re: Locken oder treiben oder die Schafpsyche

Beitragvon KABA » Fr 12. Jan 2018, 22:35

Ziegen sind Schafen gegenüber eigentlich immer "Chefs" - also deutlich dominant, was soweit gehen kann, dass die Schafe, auch bei nur einer Ziege, nicht mehr an den Trog kommen, besonders, wenn es nur wenige Schafe sind... D.h., die Schafe werden mit ziemlicher Sicherheit nicht den Ziegen als "Leittiere" folgen!
Leinenführigkeit ist wirklich nicht so abwegig, gerade bei kleineren Gruppen. Meine Tiere sind alle leinenführig (oft besser als so mancher Hund...!), die Lämmer lernen das schon von den Müttern, und das ist wirklich sehr komfortabel, gerade, wenn man öfter mal Weidewechsel über kurze Strecken machen will/muss. Man muss dabei gar nicht alle Tiere an die Leine nehmen - würde ich auch nicht machen, weil: wenn die mal das Rennen anfangen, weil sie sich erschrocken haben oder so, dann hälst du die nicht mehr! Aber 2-3 Tiere am Strick lässt den Rest meist problemlos mitlaufen.
Ich wünsche dir die Fröhlichkeit eines Vogels im Eberescheneschenbaum am Morgen,
die Lebensfreude eines Fohlens auf der Koppel am Mittag,
die Gelassenheit eines Schafes auf der Weide am Abend.

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Re: Locken oder treiben oder die Schafpsyche

Beitragvon working-squad » Sa 13. Jan 2018, 08:47

Leinenführigkeit üben wäre auch meine Idee. Ich hatte hier mal mit einem meiner Mutterschafe das lockere an der Leine laufen geübt. Das hat sogar so gut geklappt, dass ich von der Herde weggehen konnte. Und da steckt gar nicht viel Training drin ... Aber wenn, dann habe ich mit System trainiert und mich voll drauf konzentriert.

https://youtu.be/S_bdEuPbQA0

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Re: Locken oder treiben oder die Schafpsyche

Beitragvon Karo » Mo 29. Jan 2018, 20:10

Hey working squad,
Leine laufen üben wird bei mir zwar mit den
bei uns geborenen (jetzt einjährigen) Lämmern wohl klappen, aber die älteren beiden Auen
und herdenchefinnen kommen aus einer sehr schlechten Haltung fast ohne menschenkontakt und mehr als aus der Hand fressen (vooorsichtig) ist bei denen nicht drin. Und wenn die Chefauen sagen "abhauen!", wollen die einjährigen mit...
ich komme wohl nicht um Hundehilfe drumrum.
Ich Habe zwar schon Hunde, wobei eine Hündin unbrauchbar ist, weil sie einen elektrozaun Schlag leider mit den bösen Schafen verlinkt hat
Die Schmerzen bereiten :motz: und sich seitdem fürchtet. Der zweite ist ein angstfreier aber sehr kleiner pudel, der etwas ungesteuert lustig scheuchen möchte, was ich natürlich nicht dulde... und der noch viel Erziehung braucht.

Ein paar fragen:

-Tips, wie man Hunde anfängt zum koppelgebrauchshund zu trainieren?
-lieber gleich einen guten Hütehund zulegen?
-kann man negative Zaunprägungen wieder verlernen, oder hat man solche Hunde als Mitarbeiter eher verloren, Bzw wären wahrscheinlich nie gute Mitarbeiter geworden weil sie zu ängstlich/ empfindlich sind?

Ich würde gern einen Hund ausbilden,
und wenn auch erst in einem Jahr...
du bildest aus ? und ganz schön gut arbeitende Hunde hast du, wie deine links mir sagen.

Gruß, karo

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Re: Locken oder treiben oder die Schafpsyche

Beitragvon working-squad » Di 30. Jan 2018, 09:22

Wenn Du einen Koppelgebrauchshund brauchst, dann wäre es ratsam sich einen solchen zuzulegen. Einen Hütehund oder eine Rasse für einen anderen Arbeitszweck wird Dir nichts nützen. (Ich selbst hatte jahrelang einen Süddeutschen Schwarzen, den ich nicht wirklich einsetzen konnte, weil ich eben Koppelschafhaltung betreibe. Die KGH sind das richtig Werkzeug.)

Wenn Deine Schafe die Arbeit mit Hund nicht gewöhnt sind und Du keine Ahnung von der Ausbildung hast, dann wäre es sinnvoll einen älteren, ausgebildeten, erfahrenen KGH zu kaufen, denn es ist immer sinnvoll, wenn zumindest irgendwer Ahnung von dem hat, was da passieren soll. ;)


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