Veterinäramt will größeren Unterstand...

Kathannes
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Veterinäramt will größeren Unterstand...

Beitragvon Kathannes » Mi 20. Sep 2017, 21:18

Bei uns war heute jemand vom Veterinäramt. Im Sommer hatte die jemand angerufen, dass die Schafe ohne Schatten bzw. Unterstand in der Gluthitze stehen müssen. :oberlehrer: War natürlich nicht so, jedes Schaf konnte im Schatten liegen, ich hatte ihnen zusätzlich zum Viehanhänger (da liegen sie bei Sonne im Sommer drin und drunter) noch eine Plane für mehr Schatten aufgebaut, das hat sie nur selten interessiert.
Außer im Sommer nutzen meine Schafe fast nie einen Unterstand. Egal ob klirrende Kälte oder Regen, die stehen oder liegen irgendwo auf der Weide. Nicht mal für Geburten im Winter gehen sie rein. Wie auch immer, ich ziehe demnächst eh auf eine andere Weide und da kommt auch mein Unterstand (der grad noch bei meinem alten Wohnort steht) hin. Der Veterinär meinte, alle schafe müssen bequem drin liegen können, dreiseitig geschlossen. Meiner Erfahrung nach brauchen (und nutzen) sie das nicht, sondern vor allem Schatten im Sommer. Gibts da irgendwelche Zahlen oder Vorschriften? Und wie ist das denn bei Wanderschäfern? Die sind doch auch meist auf Wiesen... oder die ganzen Schottischen und Irischen Schafe? Ich hab wirklich den Eindruck, dass meine Waldschafe außer Hitze bei jedem Wetter am liebsten draußen sind. Wenn jetzt für jedes Schaf z.B. ein Quadratmeter Unterstand da sein soll muss ich am Unterstand noch anbauen... wenn ich den Eindruck hätte dass meine Tiere das brauchen hätt ich kein Problem damit, aber mir scheint der Aufwand total überflüssig. :drama2:
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Re: Veterinäramt will größeren Unterstand...

Beitragvon Schafhüterin » Do 21. Sep 2017, 07:43

Ich halte auch Waldschafe, Sc. usw. Unterstände sind da im Grunde überflüssig. Habe doch Weidezelte aufgestellt, werden wenig genutzt, höchstens bei Regen und für die Alten.

Bei uns in der Region ist es sehr mild, auch im Winter. Das Veterinäramt im Nachbarkreis hat andere (laschere) Vorgaben, als hier bei uns. Die meinen, ein Witterungsschutz (Hecke, Bäume) langt. Der Nachbarschäfer dort erhält mehrfach im Sommer Anzeigen, weil seine Merinos im Sommer in der prallen Sonne stehen und die Köpfe untereinander stecken. Das Vet-Amt schmettert die Anzeigen ab.

Bei uns langt im Sommer Schatten.. Bäume/Hecken. Windschutz und einen trockenen Liegeplatz (aufgeschütteltes Stroh) im Winter. Rundballenwand als Schutz ist auch ok. Der Rinderhalter hat gar keinen Unterstand nur Stroh, als Liegefläche - Galloways.

Das Problem ist der Regen, dann ist alles nass, da legen sich die Schafe auch nicht ab. Über einen längeren Zeitraum, kräftezehrend und für tragende Schafe, die zusätzlich gefüttert werden nicht umsetzbar. Erkrankung von Tieren muss auch noch bedacht werden.

Auszug aus: https://www.laves.niedersachsen.de/tier ... 89476.html

Niedrige Temperaturen in Verbindung mit anhaltenden Niederschlägen und hohen Windgeschwindigkeiten zählen bei Schafen zu den besonders belastenden Klimafaktoren. Sie führen zur Durchfeuchtung der Wolle, wodurch ihre isolierende Wirkung herabgesetzt wird und vermehrt Verdunstungskälte entsteht. Durch starken Wind kühlt der Körper übermäßig aus und durch das Liegen auf kaltem, nassem Boden wird die Wärmeabgabe durch Wärmeleitung zusätzlich erhöht. Um diese Wärmeverluste zu vermeiden, legen sich Schafe unter diesen Bedingungen häufig gar nicht mehr hin. Nicht selten ist die so ausgelöste hohe Stehfrequenz Ursache für Verdauungsstörungen infolge reduzierter Wiederkäutätigkeit und Erschöpfungszustände.

Mein Vater war Wanderschäfer, die Schafe wurden im Winter immer geschützt gestellt. Trächtige Schafe zum Ende hin, oder bei milder Temperatur gleich nach dem Ablammen in den Stall gebracht. Wo soll man 1000 Mutterschafe unterstellen?

Hier wird auch nochmal unterschieden.. Hobbyhalter und Berufsschäfer....
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Re: Veterinäramt will größeren Unterstand...

Beitragvon Waldschaf » Fr 22. Sep 2017, 17:08

In Österreich ist das in der Tierhalteverordnung geregelt, da ist auch die Rede davon, dass jedes Tier soviel Platz haben musst, dass es ungestört liegen kann und der Liegeplatz trocken, eingestreut und windgeschützt ist. (Aus dem Gedächtnis...) Allerdings stellt sich die Frage, ob die Tiere auf der entsprechenden Fläche "gehalten werden" oder nur "Weidegang haben" ...

Robert.

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Re: Veterinäramt will größeren Unterstand...

Beitragvon Kathannes » Di 14. Nov 2017, 15:42

Inzwischen hab ich die neue Weide eingezäunt, meinen alten Holzunterstand dorthin umgezogen und den großen, alten Viehanhänger den sie vorher als Unterstand hatten zusätzlich auf die neue Weide gestellt. Jetzt sind's insgesamt ca. 20qm eingestreute Liegefläche in Unterstand und Hänger für 18 ausgewachsene Tiere und 11 Lämmer. Ich denk da kann niemand mehr maulen. Nur dass sie da jetzt seit 4 Wochen "wohnen", aber nur die beiden Tiere die ich mal im Unterstand eingesperrt hatte wegen Klaue bzw. Lammung drin schon eine Nacht verbracht haben. Sogar bei dem Schmuddelwetter jetzt waren die lieber draußen. Rein gehen sie nur, weil's drinnen Salz und Mineral gibt. Richtig drin liegen tun sie nur im Sommer wegen der Sonne...
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Re: Veterinäramt will größeren Unterstand...

Beitragvon Waldschaf » So 19. Nov 2017, 13:29

Ich habe deshalb jetzt im Winter vor dem Weidewagen eine Plane gespannt, nicht nur, damit mehr Liegefläche zur Verfügung steht, sondern, weil Schafe als Fluchttiere sich eben nicht gern in mehr als dreiseitig geschlossenen Räumen aufhalten. So liegen sie doch ein wenig mehr im Trockenen.

Robert.


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