Cydectin

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Henry
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Re: Cydectin

Beitragvon Henry » Mi 9. Nov 2016, 16:59

schafbauer hat geschrieben:ich würd des mittel jetzt bekommen. hats dann noch sinn?

Kotprobe, Behandlung, Kotprobe - dann weißt Du's ;)
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Re: Cydectin

Beitragvon schafbauer » Mi 9. Nov 2016, 17:51

danke. aber dass ein teil verwurmt ist weis ich auch ohne.

ich machs e so u so. kost ja e nix.
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Re: Cydectin

Beitragvon Braunes Bergschaf » Mi 9. Nov 2016, 18:49

Na ja,wer behandelt gern nutzlos? Kennt sich jemand aus, macht es im November noch Sinn zu behandeln? Womit?

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Re: Cydectin

Beitragvon Henry » Mi 9. Nov 2016, 21:32

Wenn Schafe Würmer haben, was die Kotprobe beweist, wenns der Allgemeinzustand andeutet, muß entwurmt werden. Wenn entwurmt wurde, ist die Erfolgskontrolle nötig, weil es zu lange dauert, an den Schafen Erfolg oder Mißerfolg zu sehen.

Es läuft also darauf hinauf: Kotprobe (15€ pro Gruppe) - eventuell Behandlung (<1€ pro Schaf) - Kotprobe

Zolvix als Drench ist möglich gegen MDW und Cestocur gegen Bandwürmer. (Findet man deren Eier nicht, wird auch nicht behandelt)
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Re: Cydectin

Beitragvon Braunes Bergschaf » Do 10. Nov 2016, 06:06

Drehen wir uns im Kreis? Die vorherige Aussage ist natürlich vollkommen richtig.

Die Frage war, gibt es ein Ruhestadium, wo Würmer zwar vorhanden, vielleicht auch nachweisbar sind, aber nicht behandelbar da inaktiv.
Macht es Sinn, in diesem Ruhestadium zu behandeln? Wenn ja, womit?

Das ist schon ein bisschen komplex, vielleicht gibt es hier aber jemanden, der so viel Wissen über die Lebenszyklen von Würmern hat.

Ansonsten würden wir es natürlich so machen wie vorgeschlagen, mit dem Risiko, das Schaf unnötig mit einem Mittel zu belasten, das nicht viel bewirkt.
Mit dem Risiko, dass die so behandelten Würmer lustig weiter schlafen, vielleicht Resistenzen entwickeln und im Frühjahr wieder aufwachen und dann viel besser behandelbar wären. Aber erstmal nicht behandelt werden und sich munter vermehren. Hier bei dieser Frage geht es inzwischen um mehr als nur um Kotprobe – Behandlung – Kotprobe.

War das jetzt deutlich genug? Oder ist irgendwo einen Denkfehler unsererseits?

Vielen Dank.

Ulrike

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Re: Cydectin

Beitragvon Henry » Do 10. Nov 2016, 08:38

Braunes Bergschaf hat geschrieben:Das ist schon ein bisschen komplex, vielleicht gibt es hier aber jemanden, der so viel Wissen über die Lebenszyklen von Würmern hat.
Dafür ist es doch in allererster Hinsicht mal wichtig, um was für Würmer es sich in den Schafen handelt.

Bei Bandwürmern gibt es keine Zeit, in der die nicht empfänglich für Cestocur sind. Es gibt aber Zeiten und Schafgruppen, bei oder in denen führen geringgradige Infektionen zu keinen feststellbaren Problemen. Einflüsse von außen oder innen (Lammung, Aufstallung, Austrieb) können aber zu Masseninfektion und Massenentwicklung und 4-6 Wochen später zu massenhafter Eiausscheidung führen. Entwurmung gegen Bandwürmer ist daher eine Politikfrage. Wann, welche Gruppen, ob überhaupt. Da Cydectin Bandwürmer nicht bekämpft ist dessen Anwendung gegen Bandwürmer zu keiner Zeit, also weder jetzt noch im Frühjahr sinnvoll. Dazu muß man wissen, ob Bandwürmer Teil des Problems sind. Wenns nicht offensichtlich ist, hilft die Kotprobe.

Bei den Würmern und Nematoden, gegen die das Cydectin wirkt, haben viele überhaupt keine Stadien gegen die der Wirkstoff Moxidectin nicht oder unzureichend wirkt. Oder umgekehrt Würmer, deren Larvenstadien den Wirkstoff überleben sind sogar eher selten. Es wäre also notwendig, zu wissen, ob nun zufällig diese Würmer überhaupt und in bekämpfenswürdiger Anzahl vorhanden sind. Die wichtigsten Kandidaten erledigt das Medikament ja in all ihren Stadien. Wie kannst Du wissen, ob es unsinnig ist Cydectin gegen inaktive Larven einzusetzen? Gar nicht! Denn inaktive Larven produzieren keine Eier, die in der Kotprobe nachweisbar wären. Du kannst also schon nicht wissen, ob inaktive Larven in Deinen Schafen auf die Zukunft warten.

Geh' es doch gedanklich durch:
Deine Kotprobe ergibt beispielsweise Eier von Haemonchus contortus, Dictyocaulus filaria, Cooperia curticei und Moniezia (was so ziemlich durchschnittlich sein dürfte). Du wirst also Dein Cydectin einsetzen gegen Haemonchus und vermutlich Cestocur noch dazu. Durch das große Wirkspektrum, wirst Du auch empfängliche inaktive Larven bekämpfen. Es geht nicht anders. Das Mittel ist - glücklicherweise - nicht selektiv. Und die nicht empfänglichen Larven, werden überleben, wenn sie überhaupt da sind. Auch das geht nicht anders.Und Du wirst es nie erfahren.

Das Problem ist, daß es "die Würmer" nicht gibt und man nicht erst warten kann, bis die Arten mit inaktiven Larven aktiv und empfänglich werden.

Also wende das Cydectin an - wenn Du den Wurmverdacht hast auch ohne Kotprobe und dann ohne Wissen um den Bandwurm - und sieh' 2 Wochen später mit einer Kotprobe nach, ob es funktioniert hat.

Falls Dir jemand den Ratschlag gibt, die Behandlung (ohne jede Diagnose) jetzt sein zu lassen um Cydectin und Arbeit zu sparen, frage Dich, ob der Deinen Schafen Gutes will und zu seinem Rat noch steht, wenn die verwurmt abmagern und krank werden oder ob dann Ausreden kommen, daß es in seinem Betrieb alles irgendwie anders ist ...
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Re: Cydectin

Beitragvon Braunes Bergschaf » Do 10. Nov 2016, 12:23

Vielen Dank für die verständliche Erklärung!

Ich habe jetzt verstanden, wenn Würmer (keine Bandwürmer) in der Kotprobe nachweisbar sind, dann sind sie mit Cydectin auch behandelbar. Mit diesem Mittel sogar, wenn sie wegen Ruhezustand nicht nachweisbar sind. Wobei Würmer das falsche Wort ist manchmal, es könnte sich auch um Larven handeln.

Gilt das auch für die anderen Wurmmittelgruppen? (Also nicht die gegen Bandwürmer, das wurde ja auch schon erklärt).

Irgendwo in meinem Hinterkopf hält sich hartnäckig der Gedanke, dass man ruhende Würmer oder Wurmstadien nicht erreicht. Ging es da um andere Wirkstoffgruppen?

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Re: Cydectin

Beitragvon schafbauer » Do 10. Nov 2016, 12:52

Braunes Bergschaf hat geschrieben:Irgendwo in meinem Hinterkopf hält sich hartnäckig der Gedanke, dass man ruhende Würmer oder Wurmstadien nicht erreicht. Ging es da um andere Wirkstoffgruppen?

Ulrike


hab ich auch mal so gelernt. vor rund 2 jahren von einer Schaf TAin.

mein gedanke zu den ruhestadien ist aber, das ich im winter oft bessere temperaturen habe wie ende september oktober oder im frühjahr. meist zu jahreswechsel 2-3 wochen 20grad. schönstes wetter. so wie heute 15grad vor 2 tagen minus 1.
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Re: Cydectin

Beitragvon Steffi » Do 10. Nov 2016, 13:06

In "Biologier der Parasiten" steht sinngemäß, daß die Larven ab ca. Juli (in gemäßigtem Klima) in eine gehemmte Entwicklung gehen, keine Stoffwechselreaktionen zeigen und deshalb für Anthelmintika kaum erreichbar sind. Im Frühjahr steigt dann die Aktivität dramatisch an.

LG,
Steffi
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Re: Cydectin

Beitragvon alpenblümchen » Do 10. Nov 2016, 21:50

eben: auf einer meiner unterlagen steht über ruhestadien von magen-darmparasiten (ohne bandwürmer und pansenegel) geschrieben: levamisol"wenig wirksam". die wirksamkeit von cydectin, oramec,dectomax und ivomec wird mit "gut wirksam" angegeben. wie die resultate von kotproben, kann man es glauben oder nicht?

das ersatzmittel für cydectine ist oramec. mit einer etwa 10 tage kürzeren wirkungsdauer als cydectin. sagt mein tierarzt. kann man es glauben oder nicht?

alpenblümchen


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