blutiger Klauenschnitt

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grauwoller
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blutiger Klauenschnitt

Beitragvon grauwoller » Di 5. Dez 2017, 21:04

passiert mir immer wieder, so auch heute, beim Klauenschneiden zu tief schneiden, und schon blutets wie hulle.
Ich leide dann jedesmal mit, kanns aber nicht rückgänging machen...
Die danach dran sind werden dann etwas vorsichtiger beschnippelt, aber davon hat der Bluter auch nix.
Was macht denn ihr in so einem fall? Ich mach ja ausser Blauspray garnichts - und selbst das mache ich mehr zur Gewissensberuhigung als aus Überzeugung.

christoph

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Henry
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Re: blutiger Klauenschnitt

Beitragvon Henry » Di 5. Dez 2017, 21:41

Wenns blutet presse ich ein Abschminkpad drauf. Das enthält Baumwolle und führt zu sofortiger Koagulation. Das Pad ist sehr instabil und kann während des Pressens ringsum schon abgerissen werden. Der Blut/Pad-Klumpen läuft sich später ab. Blauspray mit OTC ist dennoch gut, denn meistens gabs für den tiefen Schnitt einen Grund bakterieller Natur.
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sharido
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Re: blutiger Klauenschnitt

Beitragvon sharido » Di 5. Dez 2017, 22:11

Ich habe auch so ein bis drei Kandidaten, die ich trotz vorsichtiger Vorgehensweise, immer wieder mal schneide.. leider. Ich vermute, dass bei denen die Blutgefäße einfach deutlich weiter an der Oberfläche liegen. Meist mach ich nix Großes davon, ich sprühe Blauspray drauf und lasse es gut antrocknen. Wenn mal länger blutet, dann bleibt, der jeweilige Kandidat eine Nacht mit Beistell-Schaf im Stall im Stroh, statt draussen rum zu turnen.

grauwoller
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Re: blutiger Klauenschnitt

Beitragvon grauwoller » Mi 6. Dez 2017, 21:29

Da weder ich,noch meine Frau uns schminken, müsste ich mich da erst mal schlau machen, wo´s sowas gibt.
würde das dann mit Tesa-Krepp befestigt,oder wie bekommt man das zum Halten?
Zu tief schneide ich ja tendentiell bei den Tieren mit den guten Klauen, die sind hart und haben wenig Zuwachs,sodass man mit der Klinge schnell im Epizentrum landet. Bei den schlechten Klauen gibt man sich alle Mühe,die wieder vernünftig hinzukriegen,und geht entsprechend vorsichtig zu Werke.
Ist im Grunde eine Frage der Konzentration....Kaffee??? Inden Anfangsjahren habe ich mal solch eine malträtierte Klaue mit Mullbinde umwickelt, dann hat es sich da wo ich stramm verknotet hatte - im Klauenkronsaum - entzündet. hab´ich zwar wieder hingekriegt,muss ich aber nicht nochmal haben. Von daher würde mich schon interessieren,womit du den Abschminkpad befestigst, Henry.
Morgen sollen die restlichen Klauen geschnitten werden,ich hoffe ohne Blutvergiessen, espresso-Vorräte sind vorhanden...

Christoph

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Henry
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Re: blutiger Klauenschnitt

Beitragvon Henry » Do 7. Dez 2017, 05:34

Das Abschminkpad klebt nur am geronnenen Blut und durchs Blauspray. Ein Klauenverband ist das nicht. Es dient der Blutstillung.
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Re: blutiger Klauenschnitt

Beitragvon LuckyLucy » Do 7. Dez 2017, 05:52

grauwoller,

Abschminkpads sind so runde Watte-/Baumwollläppchen. Gibt es bei Aldi und jedem DM, dort sogar in XXL-Formaten.
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Re: blutiger Klauenschnitt

Beitragvon grauwoller » Do 7. Dez 2017, 16:44

so, Abschmink-Pad´s besorgt - scheint mir Sinn zu machen, danke für den Tipp.
Musste aber heute morgen mit den Schafen noch unverhofft eine Grünfläche beweiden, bevor der angekündigte wintereinbruch kommt.
Deshalb konnte ich meinen Überstunden-frei-Tag nicht, wie geplant, zum Klauenschneiden nutzen- aber kommt noch

Christoph

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Re: blutiger Klauenschnitt

Beitragvon Fröschchen » Do 7. Dez 2017, 18:21

Was für'n Shit, hatte gestern zum ersten Mal gleiche Erfahrung gemacht.
Tip von Henry ist wirklich effizent: Abschminkpad reinstopfen. Kenn' ich vom Pferd. Klappt hervorragend.
Die Dinger sind bei mir in der Tier-Apotheken-Kiste vorrätig; und wir wissen, wo die vorrätig sind...
Nebeneffekt des ungewollten Blutausflusses: Testblut abgreifen, so man Interesse daran hat...

LG
Fröhlich gequakter Gruß :flag: und weggehüpft!!! :duck:

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Re: blutiger Klauenschnitt

Beitragvon alpenblümchen » Do 7. Dez 2017, 22:14

ein bekannter hat als schafscherer in australien und neuseeland gearbeitet. wo er vor allem schafe traf denen noch nie die klauen geschnitten wurden. er beschreibt es so: klauenschneiden ist als ob einem schuh die sohle entfernt wird. vor fünf jahren begann ich nur noch schafen die klauen zu schneiden die besonders lang waren. seit 2016 habe ich das klauenschneiden beendet. und siehe da, es geht. es gibt weniger hinkende schafe. mit etwas längeren klauen laufen schafe eben so gut wie mit kürzeren.

trotzdem möchte ich klauenschneiden nicht verallgemeinernd als unsinn bezeichenen. bei gewissen rassen ist klauenschneiden unter umständen nötig. oder wenn schafe mehrere monate auf stroh aufgestallt sind. möglicherweise auch bei moderhinke. als reaktion auf moderhinke wachsen klauen schneller.

wir haben diese bilder aus büchern von einer exakt geschnittenen klaue im kopf. es geht auch anders. werden den schafen die klauen nicht geschnitten, verlangsamt sich das klauenwachstum.

vemutlich hat das klauenschneiden in büchern diese grosse bedeutung weil bücher mehrheitlich von theoretikern geschrieben wurden. zum anderen weil klauenschneiden oft die einzige möglichkeit war die moderhinke einzudämmen.

auch in frankreich ist es üblich den schafen die klauen zu schneiden.in meiner umgebung leben neben den schafen viele mutterkühe. meist sind es charolaise. denen werden nie systematisch die klauen geschnitten. trotzdem sind die gut geformt und nicht zu lang. es ist schwierig hier eine hinkende kuh zu finden.

grauwoller@ verdammt noch mal nimm an stelle des messers eine schere und entferne nur das was wirklich lang ist.

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Re: blutiger Klauenschnitt

Beitragvon LuckyLucy » Fr 8. Dez 2017, 05:59

Das Posting von alpenblümchen stimmt mich nachdenklich, denn dem Wild schneidet ja auch niemand die Klauen.
LuckyLucy, schaffiebrig


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