Zufütterung Hochträchtigkeit

dicke wolke
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Re: Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon dicke wolke » Do 3. Mai 2018, 05:16

Das mit dem Apfeltrester wrde ich auch probieren, habe bisher beim Mosten nur das mitgenommen was ich zeitnah verfüttern konnte. Bei uns ist Voelkelsaft in der Nähe da könnte ich auch Trester von Möhren, Rote Bete, Sellerie bekommen, hat das schon mal jemand probiert? Wie ist das wenn die Tonnen Frost bekommen?

Richtungswender
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Re: Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon Richtungswender » Do 3. Mai 2018, 18:25

Was ich sagen kann, Apfeltrester gefriert bei Frost. Wie Henry schon schrieb schrumpft der Trester etwas zusammen, so das eigentlich der Tonne nichts passiert. Wenn du bei Frost füttern willst, besser die Tonnen frostfrei lagern.

Gruß Robin

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Henry
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Re: Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon Henry » Do 3. Mai 2018, 20:31

Ja, der Trester friert ein, aber wegen des Alkoholgehaltes nicht schon bei 0 Grad. Es reicht bei uns ein einzelnes Faß frostfrei zu lagern für die wenigen wirklich kalten Tage. Die Tresterfässer tauen ja auch wieder auf. Pro Wintermonat verfüttern wir ca. 3 Fässer. Bei Minus 10 Grad wird der Trester erst zum Block.
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Re: Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon dicke wolke » Do 3. Mai 2018, 20:50

Entwickelt der Trester Alkohol? Ich dachte der wird milchsauer.

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Re: Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon Henry » Do 3. Mai 2018, 20:59

Trester wird niemals milchsauer. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Es handelt sich - je nach Ab- und Verdichtung - um alkoholische Gärung, Essigsäuregärung oder Azetonbildung. Alkohol desinfiziert wesentlich besser als Milchsäure. Deshalb verdirbt offener Trester über viele Tage nicht. Es ist auch durchaus sinnvoll hohe Saftgehalte (Filtertückstände) im Trester zu haben. Es handelt sich praktisch um Obstwein mit hohem Feststoffanteil.
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Re: Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon Henry » Do 3. Mai 2018, 21:02

PS: Den Alkohol machen Hefen und Apfelsaft ist ein hervorragender Starter für Hefearme Obstweine.
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Re: Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon dicke wolke » Fr 4. Mai 2018, 05:10

Wenn der Trester Alkohol enthält, wie ist die Menge pro Schaf die ich bedenkenlos füttern kann ohne das die Mädels ein Alkoholproblem bekommen oder randalieren? Unsere Schweine haben mal den Garten verwüstet nach zu viel Dröppelbier. Schadet Alkohol nicht wenn die Auen tragend sind, bei Menschen hat Alkohol in der Schwangerschaft ja oft katastrophale Auswirkungen auf das Ungeborene.Mein Trester ist eher sehr trocken, der aus der Saftfabrik sowieso :prost:

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Re: Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon grauwoller » Fr 4. Mai 2018, 07:09

ich füttere schon seit vielen Jahren Apfeltrester - bzw. Apfeltrester-Silage - leider ist meine bisherige Bezugsquelle, die Öko Ag des hiesigen Gymnasiums, für mich versiegt, weil unsere Kinder alle mit der Schule durch sind..
Wenn man das richtige Ausgangsmaterial hat, und den Ansatz korrekt hinbekommt, handelt es sich um eine klassische Milchsaure Gärung - wer schon einmal selber Sauerkraut angesetzt hat, wird das bestätigen können. Wichtig ist, dass die Obst-Pressrückstände möglichst saftarm sein sollten, aber noch so feucht, dass die Masse formbar bleibt. Denn wenn es zu trocken ist, bekomme ich es nicht verdichtet. So ist es mir vor Jahren ergangen, als ich Quittentrester siliert habe, der aber so trocken und durch die Pektine verklebt war, dass ich ihn nicht als homogene Masse verdichtet bekommen habe. Bei der alkoholischen Gärung entstehen Gase, die ja irgendwo hinwollen. So ist es mir anfangs, als ich noch teils zu feuchtes Material hatte, passiert, dass sich die Deckel der Fässer wölbten und sogar mit einem lauten Knall die Verschlussschelle sprengten - das war dann das Ergebnis der alkoholischen Gärung. Es entsteht sicherlich generell auch ein geringer Anteil an Alkohol, zumal wenn man es so wie ich macht, und nicht gezielt beimpft, und somit darauf wartet, dass die milchsaure Gärung von selber loslegt. Die kommt auch garantiert immer, aber in der Wartezeit kann die alkoholische Gärung u.U. auch schon in Gang kommen. spätestens dann, wenn die Gase sich ansammeln und nicht entweichen können, erstickt sie aber an ihren eigenen gasigen Hinterlassenschaften, und die in Gang gekommene milchsaure Gärung, knüppelt die alkoholische Gärung nieder.
Ich habe das Zeug ja auch schon selber mehrfach probiert, eindeutig milchsauer, mein Apfelewein schmeckt anders...

Christoph

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Re: Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon dicke wolke » Fr 4. Mai 2018, 08:06

Danke Christoph. Da bin ich beruhigt, dachte schon ich müßte mit den Mädels sonst noch zu den Guttemplern. Sauerkraut habe ich schon öfters selbst gemacht, aber da kommt ja auch noch Salz dazu. Ich probiere es mit dem Apfeltrester und koste ihn vor, schlimmstenfalls sitzte ich bedüddelt in der Scheune :drama:

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Re: Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon Henry » Fr 4. Mai 2018, 13:23

... und wieder wurde der Irrtum verbreitet, doch mir ist es inzwischen egal. Glaubt doch was ihr wollt und wundert Euch vielleicht später mal, warum Schafe nicht besoffen werden, Schweine aber schon.

Viel über Apfeltrester steht unter http://www.obstpresse.de
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