Zufütterung Hochträchtigkeit

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Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon Steffi » So 29. Apr 2018, 14:16

Hallo,

meine Schwarznasen neigen dazu, ihre Lämmer so gut zu verstecken, dass ich oft bis zum Schluß nicht weiß, ob sie auch wirklich aufgenommen haben. Leider hab ich nicht die Möglichkeit, die Schafe schallen zu lassen. Ich würde sie gern "bedarfsgerecht" zufüttern, besonders in der letzten Phase, hab aber keinen Schimmer, wie ich die in güst - Einling - Zwilling einteilen soll? Deshalb gibt´s bei mir immer so einen Mittelwert an Zufutter.
Wie macht ihr das? Wißt ihr immer, welche Schafe tragend sind, mit Einlingen oder Zwillingen (Drillingen)? Oder füttert ihr gar nicht zu während der Trächtigkeit oder nach Gefühl?

LG,
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Re: Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon KABA » So 29. Apr 2018, 20:20

Nachdem ich bei "guter" Zufütterung (Lammung im ersten Viertel des Jahres) mehrmals Probleme mit zu großen Lämmern hatte (immer Mehrlinge, ist bei meiner Rasse typisch), andererseits aber mal ein Schaf, dass versehentlich in der güsten Gruppe bei reiner Heufütterung mitlief und trotzdem proppere Zwillinge zur Welt brachte, habe ich die Fütterung weitgehend auf Heu beschränkt, dazu zwar auch Rübenschnitzel und Getreide, aber nur in kleinen Mengen. Mehr und gehaltvolleres Zufutter gibt es dann erst in der Laktation. Das Kraftfutter während der Trächtigkeit hatten die Schafe nicht für sich genutzt, sondern in die Lämmer gesteckt.
Wenn bei mir jetzt, also mit frischem Grasaufwuchs, Schafe trächtig wären, würde ich wohl gar nicht weiter zufüttern - aber das muss nicht für andere Rassen heißen, dass das auch so läuft.
Ich wünsche dir die Fröhlichkeit eines Vogels im Eberescheneschenbaum am Morgen,
die Lebensfreude eines Fohlens auf der Koppel am Mittag,
die Gelassenheit eines Schafes auf der Weide am Abend.

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Henry
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Re: Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon Henry » So 29. Apr 2018, 20:27

Ich vertraue eher dem Bock als meiner Ultraschallerfahrung. Ich behandle alle Schafe, die der Bock gesehen hat, als wenigstens mit Einling tragend. Da ich (und Du) keine zig Gruppen aufmachen kann, gibts nur die Gruppen "trächtig" oder "jung und alt" und die laufen zusammen Zum Bock kommen nur Schafe, die auch zum Auswahlzeitpunkt einen BCS von 3+ haben. Ich bin da eher vorsichtig, denn mit Auffüttern während der Trächtigkeit, geht es oft in die Hose und spätestens, wenn die Lämmer dann richtig saugen brechen die zu dürren Mütter so drastisch ein, daß die Lämmer auch nix werden und im Herbst die Mütter nicht zum Bock können und die Dicken haben erhöhtes Ketoserisiko und riesen Lämmer, vom Zusatzfutter.

Ich füttere also gesunde schwangere Schafe, solange sie noch nicht zum Ablammen separiert sind, nicht anders als alle anderen und hab ein Auge bzw Händchen auf die Rücken. Etwa 2 Wochen vorm Termin werden die Trächtigen aussortiert und erhalten bis das letzte Lamm 2 Monate alt ist eine leichte Erhöhung, weil die Andern jetzt weniger kriegen. Wenn die Lämmer mit den Müttern wieder zu allen andern kommen, hebt sich das wieder auf.

Ich halte nix von leistungsgerechter Fütterung. Ich weiß, daß und wann ein Erhöhter Bedarf besteht, aber ich nutze nicht bis zur letzten Kante aus, daß leere Schafe wenig fressen müssen. Leere Schafe sind entweder Zutreter also Mütter fürs nächste Jahr oder Alte mit Lebensrecht. Beide dürfen satt. Mütter und Lämmer sowieso. Eine (mögliche und fehlerbehaftete) Trennung und/oder getrennte Fütterung von 1, 2, 3-lingen ist bei meiner Schafanzahl overkill und zwar mega. Ich weiß, daß das durchaus sinnvoll ist bei Gruppengrößen von wenigsten 40 Muttern pro Gruppe. Für 2 auf Drilling geschallte wirst Du keinen Extrazermon machen und für 2 Einlinger als Erstlammin auch nicht. Kriegen die halt Bißchen mehr als sie brauchten, na und. Vielleicht ziehen sie ja als Amme (pst, bleibt unter uns) son Drillingslamm groß - wohlgenährt wie die nun sind und die Drillingsmutti hat nur noch Doppelbedarf. Und alles stimmt wieder.
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Re: Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon Steffi » Mo 30. Apr 2018, 07:28

Danke für eure Erfahrungen! :)
Dann läuft es bei mir ja gar nicht so anders. Seit 3 Wochen haben die Mähdels frisches Gras satt, morgens gibt es immer noch einen großen Sack Grummet und zweimal am Tag ca. 300g Lammgold mit ein paar Handvoll Rübenschnitzel. Ich hab den Eindruck, das bekommt den Schafen ganz gut. Intensiver zufüttern kann ich dann ja immer noch, wenn die Lämmer da sind und ich merke, es ist zuwenig.
Bekommen die Lämmer bei euch Zufutter (Pellets, Getreide, etc.) ad lib.?

LG,
Steffi
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Re: Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon Henry » Mo 30. Apr 2018, 08:07

Bei mir nicht, weil ich das ablehne und grade weil ich das nicht will, die BFL hab. Die versorgte Mutter muß das Lamm ernähren, nicht der Land- und Futtermittelhandel.
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Re: Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon Richtungswender » Mo 30. Apr 2018, 09:22

Hallo allerseits.
Ich füttere Hochträchtige Schafe nicht gezielt zu. Ab und zu gibts es ne Handvoll Apfeltrester zum Heu, mehr nicht. Da ich meine Äpfel saften lasse nehm ich da immer den Trester wieder mit. Erst wenn die Lämmer da sind bekommen die Mutterschafe insbesondere bei Dillingen eine Hand voll Pellets oder frische gehackte Rübe dazu, einmal am Tag. Das mach ich aber nur die ersten 2 Wochen, zum einen das sich die Mütter schneller erholen und zum anderen genug Milch geben. Dann gibts auch schon wieder Wiese zum fressen. Bisher bin ich damit gut gefahren. Lämmer werden nicht zugefüttert.

Gruß Robin

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Re: Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon Steffi » Mo 30. Apr 2018, 10:22

Robin, wie bewahrst Du den Trester auf? Ich hätte auch die Möglichkeit, welchen zu bekommen, aber das Zeug gammelt immer so schnell weg...

LG,
Steffi
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Re: Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon Henry » Mo 30. Apr 2018, 11:10

Fässer mit Müllsack drinne und für mind. 14 Tage durchgären lassen unter weitgehendem Luftabschluß. Danach hälts auch an der Luft während es verfüttert wird. Beim Gären verringert sind das Volumen um ca. 25%. Fässer also richtig voll machen und auch selber mal reinsteigen!

Wir haben Pappfässer und blaue Gärtonnen (dann ohne Müllsack) Geht beides gleichgut. Sind halt schwer ...
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Re: Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon Fröschchen » Mi 2. Mai 2018, 14:08

Henry hat geschrieben:Vielleicht ziehen sie ja als Amme (pst, bleibt unter uns) son Drillingslamm groß - wohlgenährt wie die nun sind und die Drillingsmutti hat nur noch Doppelbedarf. Und alles stimmt wieder.


Hätte was, wie kann das von uns gewünscht initiiert werden? Hab grad vorige Woche nur gesehen, daß ein Einling zusätzlich an der Lammwitwe geklaut hat. Muß ja nu garnicht sein. Wenns wenigstens einer der 3llinge gewesen wäre!

LG
Fröhlich gequakter Gruß :flag: und weggehüpft!!! :duck:

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Re: Zufütterung Hochträchtigkeit

Beitragvon Richtungswender » Mi 2. Mai 2018, 22:03

Steffi hat geschrieben:Robin, wie bewahrst Du den Trester auf? Ich hätte auch die Möglichkeit, welchen zu bekommen, aber das Zeug gammelt immer so schnell weg...

LG,
Steffi


Hallo Steffi.

Ich lager das in den blaue Plastikfässern mit Sprengringdeckel. Gibts auch im Baumarkt. Nehme die 60L Fässer, größere sind befüllt hunde schwer. Die sind absolut Luftdicht. Beim befüllen mit einem Stück Kantholz richtig fest stopfen. Das hält bei mir mindestens ein halbes Jahr. Dann ist's alle.

Gruß Robin


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