Farbgenetik Anfänger

lavardos
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Re: Farbgenetik Anfänger

Beitragvon lavardos » Do 22. Feb 2018, 19:31

Könnte man dann bei diesem Tier aufgrund der hellen Umrandung z. B. der Augen und des Schwanzes bzw. aufgrund des nach unten hin aufhellenden Schwanzes von Awt ausgehen?
Zumindest 1 x Awt?
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lavardos
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Re: Farbgenetik Anfänger

Beitragvon lavardos » Di 27. Feb 2018, 06:44

Weiß evtl. jemand meine Frage zu beantworten? :?:

Danke schön.

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Re: Farbgenetik Anfänger

Beitragvon Sasdi » Di 27. Feb 2018, 09:47

Entschuldigung, ich hab hier ein paar Tage nicht reingeguckt. Deine Frage ist nicht so einfach zu beantworten, ich muss mir das nochmal genau anschauen. Vielleicht weiß Irina (driftwool) hier mehr, ich frage sie mal.

LG Saskia

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Re: Farbgenetik Anfänger

Beitragvon Sasdi » Sa 3. Mär 2018, 10:04

Also um hier nochmal drauf zurück zu kommen. Vom einfachen Anschauen ist es schwierig zu sagen, was dein Schaf ist. Augenringe und Mehlmaul weisen eher auf das Grau-Gen (Ag) hin. Es könnte sein, dass bei einem fuchsigen Schaf, das nicht AwtAwt ist, sondern als zweites Allel ein anders Muster hat, das Tan dem Verteilungsmuster des zweiten Allels entspricht.
D.h. wenn es AwtAg ist, also Weiß/Tan-Gen plus Grau-Gen, dann ist es zwar phänotypisch weiß mit Tan, aber das Tan bildet das Muster des Grau-Gens ab. Das Grau-Gen mogelt sich sozusagen etwas an die Oberfläche, indem es die Verteilung des Tan beeinflusst.
Ag macht aus schwarzen Schafe graue Schafe, mit Augenringen und Mehlmaul und einem hellen Ring über dem Kronsaum.
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Genau so sieht dann auch das AwtAg-Schaf aus, nur eben in rotbraun.
Das wäre eine Möglichkeit.
Die andere Möglichkeit ist eine spezielle Awt-Variante, die es bei Portland-Schafen gibt. Die sehen nämlich alle so aus. Allerdings sind Portland-Schafe eher selten. Ich weiß also nicht, ob diese Rasse vielleicht auch zu den Ursprungsrassen der Nolana gehört. Vermutlich eher nicht. Vielleicht gibt es diese Variante aber auch bei anderen Rassen und ist so in die Nolanas gekommen. Da kann man nur spekulieren.

Also sehr wahrscheinlich hat dein Schaf mindestens einmal Awt. Eventuell ist das zweite Allel Ag, was aber für das Zuchtziel rotbraune Fellfarbe nicht störend ist. Wie die Ausprägung des Tan beeinflusst wird, damit du eben fuchsige und keine weißen Schafe bekommst, das weiß ich nicht. Auf jeden Fall dürfen die Schafe nicht gescheckt sein oder Scheckung tragen, denn das Scheckungsgen entfernt das Tan und die Schafe werden weiß. Man muss also einfach schauen, dass man Schafe mit deutlichem Tan verpaart. Vielleicht können da Coburger-Züchter noch Tipps geben, wie man ein schönes kräftiges Tan hinbekommt.

LG Saskia

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Re: Farbgenetik Anfänger

Beitragvon Driftwool » Mi 7. Mär 2018, 00:22

Entschuldigung! Ich war lange nicht hier. Diese Varianten von Agouti white tan sind soooo faszinierend! Ich denke, man kann denen mit extrem guter "Buchführung" (und Testverpaarungen) auf die Schliche kommen aber so richtig spannend wären DNA Sequenzen! Awt hat eine Dopplung bzw. Vermehrfachung der Sequenz. So, wie das Genprodukt funktioniert, kann da das Partnerallel sichtbar werden und /oder die "internen Kopien" . Spannend! Bekannt sind Varianten wie z.B. bei Solognote, Welsh Mountain und Portland. Nicht bekannt ist die Sequenz hinter diesen Varianten und die Phänotypen, die man bei Kreuzungen bekommt....
Bei Nolanas wie dem von den letzten Bildern wäre super genaue Dokumentation klasse. Vorne, hinten, oben, unten, Zungenfarbe. Vorfahren, Nachkommen. Das bringt einem nix außer, daß es spannend ist. Aber das ist es!

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Re: Farbgenetik Anfänger

Beitragvon nolanano » Mi 21. Mär 2018, 16:00

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PSX_20180321_165428.jpg (96.95 KiB) 352 mal betrachtet

So nur mal ein Test ob ich schon was gelernt habe.
Das Lamm stammt von dem Awt Bock und einer schwarzen Aue mit hohem Dorper Anteil.
Ist das jetzt ein Awt mit großflächiger Spotted Scheckung?

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Re: Farbgenetik Anfänger

Beitragvon Heumann » Mi 21. Mär 2018, 17:45

ja, awt (braun) mit (wahrscheinlich) mindestens spotted, es können sogar noch mehr Scheckungen drin stecken. Mach mal ein Foto von der Mutter in Seiten- und Kopfansicht.

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Re: Farbgenetik Anfänger

Beitragvon nolanano » Mi 28. Mär 2018, 08:52

So
Hab es endlich geschafft ein paar Fotos von der alten Dame zu machen.
Sie hat 50%Dorper und 50% Nolana Fleisch Anteile.
Mich wundert schon seit längerem das bei den Schafen mit hohem Dorper Anteil so gut wie nie die Persiansvhevkung Auftritt.
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Re: Farbgenetik Anfänger

Beitragvon Heumann » Fr 30. Mär 2018, 09:14

Das ist auf jeden Fall ein schönes, kräftiges Schaf. Haart es komplett ab? Auf dem Rücken ist noch ein hellbrauner Rest, der wie ein "Dorper-Dach" aussieht.
Für die Persianscheckung ist der Dorperanteil nicht unbedingt ausschlaggebend. Der kann auf 0,x% zurückgefahren werden, die Chance das sich die Persianscheckung vererbt ist bei Trägern des Gens immer 50%. Hast du irgendwo ein Lamm mit Punkten auf der Flanke?

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Re: Farbgenetik Anfänger

Beitragvon Heumann » Fr 30. Mär 2018, 10:25

Zur Persianscheckung:
Sie tritt nur auf, wenn sie doppelt vorliegt, also PP. Dann ensteht die klassische Dorperfarbe. Dieses Lamm ist einfach mit dem Dominant-Schwarz E versehen und hat die Persian-Scheckung doppelt. Die Farbe kann man nicht sehen, wahrscheinlich awt, vielleicht auch badgerface.

Also evt: awt/awt - eE - PP (wobei kein awt sicher ist)

Das dominante schwarz sorgt bei einfachem Auftreten schon für völliges schwarz.
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